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DVPB   ➞   Call for Papers zur Herbsttagung 2024 der DVPB „Politische Bildung in Zeiten autoritärer Versuchungen: Feuerwehr – Polizeipatrouille – Deradikalisierung?“

Call for Papers zur Herbsttagung 2024 der DVPB „Politische Bildung in Zeiten autoritärer Versuchungen: Feuerwehr – Polizeipatrouille – Deradikalisierung?“

Die Herbsttagung der DVPB wird alle zwei Jahre von einem Landesverband der DVPB und dem
Bundesverband durchgeführt. In diesem Jahr wird sie in Hessen in der Evangelischen Akademie
Hofgeismar in der Nähe von Kassel stattfinden. Wir freuen uns, dass die Bundeszentrale für
politische Bildung als Partner und Unterstützer der Herbsttagungen in diesem und in den
nächsten Jahren mit der DVPB kooperiert.

Dass an die Politische Bildung immer wieder Erwartungen gestellt wurden, als Feuerwehr gegen radikale und extremistische politische Entwicklungen vorzugehen, hat ihr fachliches Selbstverständnis seit Gründung der Bundesrepublik maßgeblich mit geprägt. So steht etwa die
Gründung der Bundeszentrale für politische Bildung 1952 nach dem Wunsch der damaligen Bundesregierung unter dem Vorzeichen eines „erzieherischen Verfassungsschutzes“. Und auch die flächendeckende Einführung des politischen Unterrichts in Gymnasien mit der Saarbrücker
Rahmenvereinbarung (1960) ist maßgeblich durch Hakenkreuzschmierereien Ende der 1950er-Jahre angestoßen worden. Seither hat sich das Feld der politischen Bildung professionalisiert
und von politischer Einflussnahme weitgehend emanzipiert.

In den vergangenen Jahren sind die Begrifflichkeiten der 1950er-Jahre aber wieder in die
politischen Debatten zurückgekehrt. Dazu gehören Ideen für ein (wehrhaftes)
Demokratiefördergesetz auf Bundes- und Landesebene wie auch die Forderung an die
Politische Bildung, sich zu der in den 1950er-Jahren im Zuge von zwei Parteiverbotsverfahren
vom Bundesverfassungsgericht definierten „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ zu
bekennen und dieses Bekenntnis auch schriftlich gegenüber Fördergebern zu bestätigen.
Als größter Dachverband der Politischen Bildung in Deutschland sieht sich die DVPB
verpflichtet, diese Entwicklungen kritisch zu begleiten und den Diskurs dazu anzuregen. Wir
freuen uns deshalb, wenn sich daran viele Kolleg:innen aus der formalen und non-formalen
Politischen Bildung und den Hochschulen beteiligen und dafür Ideen einbringen.
Dabei wünschen wir und Beiträge zu folgenden Perspektiven:

  • gesellschafts- und demokratietheoretische Auseinandersetzungen mit sozialen und
    politischen Entwicklungen im Kontext autoritären Versuchungen,
  • bildungstheoretische Beiträge zu Aufgaben, Zielen, Inhalten und Methoden politischer
    Bildung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen im Kontext autoritärer
    Versuchungen,
  • bildungspraktische Beiträge aus dem Feld der schulischen und außerschulischen politischen
    Bildung wie etwa Darstellung von Konzepten, Methoden, Programmen oder Fällen mit
    Bezug zum Tagungsthema.

Wenn Sie sich in diesem Sinne bei der Herbsttagung reflexiv einmischen wollen, beschreiben
Sie Ihr Konzept inhaltlich und methodisch auf max. einer DIN A4-Seite und senden es bis zum
15.06.2024 an den Landesvorsitzenden der DVPB/Hessen (benedikt.widmaier[at]dvpb.de).