Zeitschrift POLIS 03/2022: Politische Bildung in Zeiten der Digitalität

Die Ausgabe 3/2022 der POLIS widmet sich Fragen der Digitalisierung, die mittlerweile nahezu alle Teilbereiche des öffentlichen Lebens und weite Teile des Privaten durchdringt. In den Fachbeiträgen und dem Forum werden soziologische, politikwissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven und Diskurslinien aufgegriffen. Darüber hinaus wird das Schwerpunktthema des Heftes mit einer didaktischen Werkstatt abgerundet. Hier werden praxisnahe Anregungen zum Umgang mit digitalen Medien im Politikunterricht vorgestellt.

  • Robert Brumme „Digitalisierung und Ungleichheit: Zum Potenzial digitaler Technik, soziale Ungleichheit zu verringern“
  • Leonie Wunderlich, Sascha Hölig „Informationsorientierung junger Menschen im digitalen Medienumfeld – Herausforderungen und Potenziale für die politische Bildung“
  • Manon Westphal „Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten: Orientierungen für die politische Bildung“
  • Monika Waldis „Digital citizenship education für die durch digitale Technologien geprägte Lebenswelt“
  • Gudrun Heinrich, Steve Kenner: POLIS Podcast: „Digitalität & Politische Bildung“
  • Julia Hastädt „Methodische und didaktische Potenziale digitaler Medien im Politikunterricht – Beispiele aus der Praxis“

Zeitschrift POLIS 02/2022: Politik der politischen Bildung?!

Politische Bildung steht immer in einem politischen Kontext. Als Bestandteil von Demokratiepolitik wird sie durch politische Strukturen und Institutionen einerseits eingerichtet, oftmals finanziert und gesteuert. Andererseits ist politische Bildung kontrovers und in politischen Prozessen umkämpft, was sich beispielsweise in den unterschiedlichen schulischen Fachzuschnitten und Curricula zeigt. Das Heft gibt einen Einblick in die Politik der Politischen Bildung sowie zum Stand der fachdidaktischen Reflexion.

  • Franziska Wittau/Bettina Zurstrassen „Governance-Strategien für politische Bildung – am Beispiel der Auseinandersetzung um #SowiBleibt“
  • Hans-Joachim von Olberg „Die Vorgeschichte der DVPB bis zu ihrer Gründung 1965“
  • Julika Bürgin „Zur Politik der Demokratiebildung“
  • Werner Friedrichs „Terra democratica – demokratiepolitische Kartographie. Wie kommende Demokrat*innen orientieren?“
  • Julius Gast in Zusammenarbeit mit weiteren Mitgliedern der Initiative „Ich weiß, dass ich nichts weiß – Eine Schüler:inneninitiative setzte sich (erfolgreich) für eine Stärkung der Politischen Bildung an Berliner Schulen ein – ein Resümee“

Zeitschrift POLIS 01/2022: Gender – ein Thema der Politischen Bildung?!

Genderthemen werden nicht nur seriös diskutiert, sondern auch als mediale Mode verschrien oder zu politischen Kampfbegriffen stilisiert. Beides schmälert die Bedeutung von Genderfragen in der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung in keiner Weise, sondern ergänzt neue Dimensionen zu alten Fragen sozialer Ungleichheiten und verwehrter Teilhabechancen, die sich über die Kategorie Geschlecht ausdrücken. Diese Ausgabe fokussiert, inwieweit sich Genderthemen und -diskurse in der politischen Bildung widerspiegeln und widerspiegeln sollten.

  • Helle Becker „Auf den Prüfstand: Die mangelnde Repräsentanz von Frauen in der Forschung zu politischer Bildung“
  • Judith Goetz „Zwischen Chancen und Zwängen – Potenziale und Hindernisse genderbewusster (politischer) Bildung in der Schule“
  • Christian Boeser und Susanne Offen im Gespräch mit Elia Scaramuzza: „Wir haben ein spannendes Angebot, weil wir keine einfachen Antworten präsentieren, sondern Ambiguitätstoleranz fordern und fördern“ – Ein Gespräch über Stand und Perspektiven einer geschlechterbezogenen politischen Bildung
  • Annika Spahn „Der demokratische Beitrag von Homo-, Bi-, Trans- und Inter*freundlichkeit im Politikunterricht“
  • Jonathan Vogt „Schulbuchforschung zu Geschlecht – Hintergründe, Ideen und Perspektiven“

Politische Bildung in reaktionären Zeiten – Buchvorstellung in Potsdam

13. Dezember 2022 – 18:00 Uhr, Universität Potsdam, Campus Griebnitzsee

Politische Bildung in reaktionären Zeiten. Plädoyer für eine standhafte Schule. Buchvorstellung mit den Autor*innen Prof. Rico Behrens und Stefan Breuer

Das Buch „Politische Bildung in reaktionären Zeiten. Plädoyer für eine standhafte Schule“ bietet einen fallorientierten Einblick in aktuelle Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit antidemokratischen Positionen und Einstellungen sowie handlungspraktische Anregungen für einen gelingenden Umgang. Der Workshop zeigt, wie das Buch im pädagogischen Alltag genutzt werden kann und stellt dabei verschiedene methodische Zugänge näher vor.

Alle Informationen finden Sie im Flyer.

Endlich wieder Politiklehrertag in Sachsen-Anhalt

Nach drei Jahren Zwangspause wegen Corona fand am 5. Oktober 2022 in Halle (Saale) unser diesjähriger Politiklehrertag statt und war ein großer Erfolg. Etwa 100 (hauptsächlich) Lehrer und Lehrerinnen trafen sich von 9 bis 16 Uhr im Dorint-Hotel – für viele ein großartiges, auch emotional positives Wiedersehen. Wir als Landesverband danken der Landeszentrale für politische Bildung herzlich, die den Tag ermöglichte!

Nach der Begrüßung durch Cornelia Habisch (LpB) und Mirko Bischoff (DVPB-LSA) betonte die Bildungsministerin des Landes, Eva Feußner, welche große Bedeutung die politische Bildung für die Demokratie habe und wie sehr die Landesregierung die schulischen und die außer-schulischen Bemühungen wertschätze. Die Anwesenheit und die kleine Ansprache der Ministerin wurden vom Publikum als ermutigend und bestätigend für ihre pädagogische Arbeit aufgenommen (so mein Eindruck).

Das erste Hauptreferat hielt Prof. Dr. Andreas Petrik (Martin-Luther-Universität Halle) zu Verschwörungserzählungen und möglichen Antworten in der Schule. Zentrale Texte dazu finden sich im „Didaktischen Koffer“. Hier wurden theoretische und empirische Hintergründe mit konkreten Ideen für den Politik-Unterricht (hier heißt das Fach „Sozialkunde“) verknüpft, was von Lehrerinnen und Lehrern als konstruktiv und hilfreich aufgenommen wurde. – Das zweite Hauptreferat hielt Felix Friedrich, CEO von The Buzzard UG. Dieser Medienstartup hat eine App entwickelt, die in Zeiten von Filterblasen und (a-)sozialen Medien jungen Menschen bei der Recherche politischer Phänomene und bei der Teilhabe an Diskursen helfen kann. Auch dieses Angebot für Unterricht wurde, unterstützt durch die Vorstellung von Buzzard in einem der work-shops, als Gewinn betrachtet.

Weniger positiv wurde die dann folgende Podiumsdiskussion zur kompetenten Vermittlung neuer Herausforderungen aufgenommen, deren Mitwirkende mit einer Ausnahme (Andreas Petrik) der Schule und dem Unterricht recht fern wirkten, so dass das schulische Publikum sich zwar normativ, aber nicht professionell angesprochen fühlte.

Am Nachmittag fanden fünf work-shops parallel statt. Inhalte waren: Unterschiedliche Demokratiemodelle und ihre Behandlung in der Sekundarstufe II, die oben erwähnte Buzzard-App für die Hände der Lehrkräfte, Corona-Proteste und Reichsbürger im Kontext Schule, das KonterBUNT-Training für die Stärkung von Argumenten und schließlich die Einschätzung der Grundrechte durch Jugendliche in Zeiten von Corona.

Mit einem interessanten Austausch über den Tag endete dieser. Aus Rückmeldungen ergaben sich auch Kritikpunkte: Gewünscht wurde die Möglichkeit zum Besuch zweier work-shops statt des Podiums; Lehrende an Berufs- und an Gemeinschaftsschulen sahen ihre Schulformen nicht im Programm berücksichtigt. Der Landesvorstand wird bei der Planung des nächsten Politiklehrertags diese Kritik erinnern.

(Sibylle Reinhardt)

Zeitschrift POLIS 04/2021: Politische Bildung und Corona

Diese Ausgabe der POLIS widmet sich einem Thema, das Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, aber auch die politische Bildung in den letzten zwei Jahren nachhaltig geprägt hat: Die Covid-19-Pandemie. Die Beiträge im Heft setzen sich mit den Auswirkungen der globalen Verbreitung des Corona-Virus auf Akteur*innen und Einrichtungen der schulischen und außerschulischen politischen Bildung auseinander.

  • Kerstin Pohl, Lars Schreiber, Veit Straßner „Politikunterricht während der Corona-Pandemie. Ergebnisse einer Fragebogenstudie“
  • Martina Tschirner „Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise“
  • Julia Oppermann „Die außerschulische politische Bildung in Corona-Zeiten und danach?!“
  • Gudrun Heinrich, Steve Kenner: POLIS Podcast. „Covid-19-Pandemie & politische Bildung“
  • Christopher Hempel „Corona-Politik im Planspiel. Ein Praxisforschungsprojekt zur Förderung demokratischer Handlungskompetenzen“

30. Tag der Politischen Bildung Niedersachsen

Zum 30. Mal findet in diesem Jahr der Fachtag „Tag der Politische Bildung Niedersachsen“ der DVPB statt.

Zur Feier des Tages findet der „Tag der Politischen Bildung Niedersachsen“ in diesem Jahr im Niedersächsischen Landtag statt. Die Tagung ist zugleich eine anerkannte Lehrkräftefortbildung. Sie bietet Anregungen in Theorie und Praxis für die Arbeit von politischen Bildner*innen in der Schule und darüber hinaus.

Die DVPB Niedersachsen feiert das Jubiläum unter der Schirmfrauschaft der Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta. Gefördert wird die Veranstaltung vom Niedersächsischen Kultusministerium. Die Veranstaltung widmet sich in diesem Jahr der Landtagswahl als Thema der politischen Bildung, aber auch der politischen Bildung als Thema der Landtagswahl. Es wird fachwissenschaftliche Impulse u.a. von Prof. Dr. Simon F. Franzmann, Direktor des Göttinger Instituts für Demokratieforschung sowie praxisorientierte Workshops geben.

Der Tag endet mit einer Podiumsdiskussion zu der alle Fraktionen des Niedersächsischen Landtages Vertrer*innen entstandt haben. Bei dieser Podiumsveranstaltungen diskutieren die bildungspolitischen Sprecher*innen der Parteien mit dem Landesvorsitzenden Dr. Steve Kenner über die Zukunft der Politischen Bildung in Niedersachsen. Dabei stehen die Wahlprüfsteine im Fokus, die der Landesverband im Juni an die Parteien verschickt haben.

Mehr Informationen zum Tag der Politischen Bildung Niedersachsen erhalten Sie hier.

Eine Anmeldung ist noch möglich.

Zeitschrift POLIS 03/2021: Internationale Politik

In der globalisierten Welt lässt sich eine Vielzahl politischer Probleme nicht im nationalen Alleingang lösen. In nahezu allen Politikfeldern bedarf es übernationaler Absprachen. Auch bestehen verschiedenste Abhängigkeiten, die im Globalen zu sehen sind. Auf der medialen Projektionsfläche wird globale Politik jedoch weiterhin überwiegend als das Handeln von Nationalstaaten präsentiert oder über das Element einer nationalen Zugehörigkeit vereinfacht. Das Heft wirft den Blick auf aktuelle Gestaltungswege und Formen internationaler beziehungsweise globaler Politik.

  • Klaus Dingwerth „Jenseits der Zwischenstaatlichkeit: Global Governance als wissenschaftliche Revolution“
  • Nina Reiners „Wir sind die Vereinten Nationen! Zivilgesellschaft für Menschenrechte und Nachhaltigkeit“
  • Mariam Salehi „Transitional Justice in der Internationalen Politik“
  • Christian Buschmann „Model-United-Nations-Konferenzen – Ein Planspiel für die schulische und außerschulische Politische Bildung“

Call for Papers anlässlich der Herbsttagung der DVPB 2022

vom 17.–19. November 2022 im digitalen Raum des Landesverbands Baden-Württemberg

Userinnen? Creatorinnen? Bürger*innen?

Politische Bildung und die Herausforderung »digitaler Souveränität« im 21. Jahrhundert

Liebe Kolleg*innen, liebe Kommiliton*innen,

in Reaktion auf ein Naturereignis zu Distanzformaten gezwungen, muss die fachdidaktische Reflexion nun nachholen, was ihr gesellschaftliche wie technische Entwicklungen seit Jahren weitgehend unbeachtet aufgetragen haben.

Im Zuge der Corona-Pandemie wurde eine weitestgehend überraschte Profession vor Herausforderungen gestellt, die nicht länger als Zwischenspiel eines Ausnahmezustandes abgetan werden können, sondern vielfach längst zur »Normalität« gehören – eine Normalität, die auch bereits vor der Pandemie von sozialer Ungleichheit, weitreichenden Gewalt- verhältnissen und der existenziellen Bedrohung menschlichen Lebens auf dem Planeten geprägt war. In diesem Kontext bedarf es einer grundsätzlichen Reflexion der Möglichkeits- bedingungen »digitaler Souveränität« – die sich eben nicht getrennt von »analoger« Mündigkeit betrachten lässt.

Insbesondere wenn wir »digitale Souveränität« als die „Summe aller Fähigkeiten und Möglichkeiten von Individuen und Institutionen, ihre Rolle(n) in der digitalen Welt selbst- ständig, selbstbestimmt und sicher ausüben zu können“ (Kompetenzzentrum öffentliche IT 2017) verstehen, ist der Zusammenhang zwischen Bildung und Digitalisierung – verstanden nicht nur als Einsatz digitaler Werkzeuge, sondern auch als gesellschaftlicher Wandel – für politische Bildner*innen in einer digitalisierten Welt bedeutsam.

In diesen Diskursen scheint die Politische Bildung aber weitestgehend abgehängt und wird sowohl von anderen Disziplinen (etwa der Medienpädagogik) als auch von privaten Unter- nehmen, die den Bildungssektor zunehmend als Markt entdecken, verdrängt.

Die Herbsttagung nimmt diese Konfliktlinien zum Anlass und soll nicht nur ein Nachdenken über »digitale Souveränität« im Feld der Politischen Bildung anstoßen, sondern auch zur Vernetzung mit einschlägigen, aber bisher nicht in den Blick genommenen zivil- gesellschaftlichen Akteur*innen beitragen.

Der Phänomenbereich »Digitalität« soll bei der Herbsttagung der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung vom 17.–19. November 2022 nicht nur als Inhalt, sondern auch als Methode begriffen werden.

Deshalb bitten wir um Vorschläge für Beiträge in frei wählbarer, möglichst interaktiver und dialogischer Form aus der Bildungspraxis, den Fachwissenschaften aller Bezugsdisziplinen und der Fachdidaktik der Politischen Bildung (aller schul- und außerschulischer Praxis- formen), beispielsweise zu folgenden Themenfeldern:

  • Welche Begriffsverständnisse von »digitaler Souveränität« und gesellschafts- theoretischen Analysen können für die fachdidaktische Reflexion fruchtbar gemacht werden?
  • Welche Einwände, Kritiken oder Klärungsversuche im Diskurs um »digitale Souveränität« lassen sich für die Politische Bildung formulieren?
  • Wie kann Politische Bildung die demokratische Teilhabe in einer digitalisierten Welt unterstützen und die Mitbestimmung über die Ausgestaltung dieser Welt ermöglichen?
  • Wie kann sich Politische Bildung im Bildungsbereich angesichts einer politisch einflussreichen Marktlogik positionieren, ohne selbst den Anschluss an Digitalisierungsprozesse zu verlieren? Wie lässt sich die digitale Infrastruktur als wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge denken?
  • Welche Bedeutung haben die im Diskurs um »digitale Souveränität« vorgeschlagenen Konzepte wie FOSS (Free & Open Source Software) für die Politische Bildung?

Die Tagung findet in Kooperation mit der Heidelberg School of Education (Universität und Pädagogische Hochschule Heidelberg) statt.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts im Umfang von max. 2.500 Zeichen (inklusive Leerzeichen; exklusive Literaturangaben) bis zum 15.07.2022 als PDF an

herbsttagung@dvpb-bw.de

Ständig aktualisierte Informationen finden Sie auf der Webseite zur Herbsttagung unter

https://herbsttagung.dvpb-bw.de

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

Jun.-Prof. Dr. Alexander WohnigDr. Martin Lindeboom
Bundesvorsitzender der DVPBLandesvorsitzender der DVPB Ba.-Wü.