Aktuelles

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Call for Papers: Herbsttagung 2026 „Soziale Ungleichheiten“

Frist zur Einreichung 15.05.2026 2024 kam eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel „Ungleiche Teilhabe: Marginali-sierte Arme – verunsicherte Mitte“ zu dem Urteil, dass die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland immer größer wird und die Angst vor dem Abstieg weiter wächst sowie das Vertrauen in die Institutionen zu sinken …

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Frist zur Einreichung 15.05.2026

2024 kam eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel „Ungleiche Teilhabe: Marginali-sierte Arme – verunsicherte Mitte“ zu dem Urteil, dass die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland immer größer wird und die Angst vor dem Abstieg weiter wächst sowie das Vertrauen in die Institutionen zu sinken droht. Während der Anteil der armen Bevölkerung kontinuierlich an-steigt, verzeichnen die Vermögen von Milliardär:innen ein schier ungebremstes Wachstum. Ungleichheit hat Auswirkungen auf viele Bereiche der Gesellschaft und Lebensbereiche der Individuen: Auf die Gesundheit, das Wohlbefinden, die Teilhabemöglichkeiten an Gesellschaft, die Parti-zipationsbedingungen an politischen Prozessen. Menschen, die in Armut leben, stehen weniger Ressourcen zur Verfügung. Nahezu alle Studien zeigen, dass diese Menschen weniger Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Dies hat verschiedene Gründe. Ein zentraler ist, dass von Fremdausschluss betroffene Menschen sich oftmals selbst aus politischen Prozessen ausschließen, da ihre Position kein Gehört findet und sie sich für politische Partizipation als nicht berechtigt ansehen usw. Das Problem, vor dem die politische Bildung steht, wenn sie sich der Thematik der Ungleichheit widmet, ist komplex, denn Ungleichheit zeichnet die Bildungsbiografien der Individuen in massiver Weise vor. Insbesondere das gegliederte Schulsystem wird kritisiert, Ungleichheit zu reproduzieren, indem es auf scheinbar gerechte Weise ungleiche Lebenschancen vergibt und verstetigt.

Auf der Tagung soll diskutiert werden, inwiefern das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht nur von Ungleichheit geprägt, sondern auch auf sie angewiesen ist, d.h. ob Ungleichheit ein ‚Nebeneffekt‘ oder eine funktionale Notwendigkeit ist oder noch weitere Funktionen erfüllt. Politische Bildung erreicht oft genau diejenigen nicht, die am stärksten von Ungleichheit betroffen sind und verstärkt so bestehende Asymmetrien: Wer viel politische Bildung erfährt, nimmt auch Angebote der politi-schen Bildung wahr. Wer lange im Schulsystem verweilt und Abitur macht, erhält in der Regel viel mehr politische Bildung als Personen, die die Oberstufe nicht besuchen. Ungleichheit beeinflusst zudem den Zugang zu politischer Bildung. In der außerschulischen politischen Bildung im Speziel-len und der Jugendarbeit im Allgemeinen gibt es oft höhere Zugangshürden, als es das Selbstver-ständnis der Akteur:innen und der Institutionen vermuten lässt. Auch hier regelt die ungleiche Ver-teilung an Ressourcen den Zugang (zumindest mit).

Verschiedene Ansätze der politischen Bildung versuchen dies zu berücksichtigen und Angebote für bestimmte Zielgruppen anzubieten, die Zielgruppen aufzusuchen oder mit Methoden und Konzepten zu arbeiten, die bestimmte Zielgruppen in ihrem Politikbegriff zu erreichen versuchen.

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Analysen zeigen, dass wirtschaftliche Zusammenhänge oft als ‚neutral‘ oder ‚alternativlos‘ dargestellt werden. Zu diskutieren ist, inwiefern Themen wie Vermögensungleichheit, Lohnarbeit oder Finanzmarktmacht als politische Gestaltungsfragen im Diskurs und in der politischen Bildungsarbeit erscheinen. Ähnliches gilt für die Darstellung von Themen wie „Soziale Marktwirtschaft“ oder alternativen Wirtschaftsmodellen.

Gleichzeitig gewinnen Kategorien wie Klasse, Schicht oder Milieus in der Gesellschaftstheorie und in Zeit- sowie Gesellschaftsdiagnosen an Konjunktur. Das Problem, dass große Ungleichheiten eine Gefahr für die Demokratie sind, wird breiter wahrgenommen.
Die Tagung spricht explizit Akteur:innen aus der Theorie und Praxis der schulischen und außerschulischen Bildung sowie den Professionen der Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie), den Erziehungswissenschaften, der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik so-wie weiteren angrenzenden Bereichen an.

Eingereicht werden können

  • Vorträge und Workshops, die Ungleichheit im Verhältnis zu Demokratie, Politik, Gesellschaft, Ökonomie beschreiben, problematisieren. Dabei kann es um das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus, von Demokratie, Ungleichheit und politischer Bildung, um sozioökonomische Aspekte politischer Ungleichheit oder auch die Frage gehen, wieviel Ungleichheit eine Demokratie er- und vertragen kann.
  • Vorträge und Workshops, die Ungleichheit als Herausforderung für die politische Bildung beschreiben. Dabei kann es um strukturelle Fragen oder auch konkrete Forschungsprojekte, etwa zur Reproduktion von Ungleichheit in der politischen Bildung, in Bildungsmedien (Schulbücher, Unterrichtsmaterialien von Stiftungen, Materialien der außerschulischen Bildungsarbeit), durch Methoden der politischen Bildungsarbeit usw. gehen.
  • Vorträge und Workshops, die (aktuelle, aber gerne auch solche aus der Vergangenheit) Konzepte, Ansätze und Methoden darstellen/erfahrbar machen, wie in der schulischen und außerschulischen politischen Bildung mit Ungleichheit (als Gegenstand, als Diskriminierung, als Realität der Lerngruppen) umgegangen werden kann, etwa mit der Beobachtung des Fremd- und Selbstausschlusses von Ungleichheit betroffenen Menschen.
  • Vorträge und Workshops, die konkrete bildungspraktische Ansätze aus der schulischen und außerschulischen Bildung präsentieren, die wiederum Ungleichheit thematisieren oder mit ihr umzugehen versuchen.
  • Konzepte, Ansätze, Projekte und Methoden aus der Jugendarbeit / der Sozialen Arbeit mit Bezug zur politischen Bildung, die Ungleichheit thematisieren oder mit ihr umzugehen versuchen.
  • Beiträge zur Frage, welche Bedeutung (und auf welcher Ebene) das Thema der Tagung für Interessensverbände der politischen Bildung haben könnte und wie diese sich zu der Frage nach Ungleichheit und Politische Bildung positionieren sollten.
  • Neben diesen thematischen Beiträgen planen wir ein durchgehendes inhaltliches Schwerpunktpanel, in dem selbstreflexiv und selbstkritisch die Frage nach der Rolle der politischen Bildung – ihrer Theorie, Praxis, Verbandsarbeit usw. – im Kontext autoritärer Gesellschafts- und Demokratieentwicklungen gefragt werden soll.
  • Beiträge und Workshops, die methodisch auch etwas Experimentelles wagen, sind ausdrücklich erwünscht. Dazu zählen auch ästhetische und künstlerische Zugänge oder Workshops im öffentlichen Raum.

Bitte senden Sie Ihre Beitragsvorschläge als höchstens einseitiges Abstract mit Angaben zu Titel, Veranstalter:innen, Inhalten, gewünschtes Format und benötigte Zeit bis zum 15.05.2026 an Dana Grebner (kontakt@dvpb.de).

Geplant ist, dass Tagungskosten und Reise- sowie Unterbringungskosten für Vortragende und Workshopleitende von den Veranstalter:innen übernommen und über die DVPB abgerechnet werden. Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Bundesvorstands der DVPB, des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der DVPB und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Aktuelles, Angebote, Herbsttagung

Broschüre „Mythos Neutralität“

Kampagne „Schule zeigt Haltung“ Angriffe auf politische Bildung und die gezielte Instrumentalisierung der schulischen Bildung unter Bezugnahme auf ein vermeintliches Neutralitätsgebot nehmen systematisch zu. Als eine Antwort darauf haben wir gemeinsam mit der Bundesschülerkonferenz (BSK), der Bildungsgewerkschaft GEW, den Teachers for Future e.V., Greenpeace und den Eltern gegen rechts e.V. …

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Kampagne „Schule zeigt Haltung“

Angriffe auf politische Bildung und die gezielte Instrumentalisierung der schulischen Bildung unter Bezugnahme auf ein vermeintliches Neutralitätsgebot nehmen systematisch zu. Als eine Antwort darauf haben wir gemeinsam mit der Bundesschülerkonferenz (BSK), der Bildungsgewerkschaft GEW, den Teachers for Future e.V., Greenpeace und den Eltern gegen rechts e.V. die Petition „Schule zeigt Haltung – Lehrkräfte stärken gegen Hass und Hetze“ gestartet, welche Rückendeckung von den zuständigen Ministerien und Schulaufsichtsbehörden fordert – in Form von klaren Leitlinien und Rechtssicherheit, Beratung sowie mehr Ressourcen zur Stärkung der politischen Bildung als Unterrichtsfach und Prinzip aller Fächer sowie als Teil demokratischer Schulentwicklung. Gemeinsam mit mehr als 250.000 Unterzeichnenden fordern wir:

Unsere Forderungen

  • Rechtliche Orientierung und Schutz bei Angriffen
  • Klare Leitlinien – du weißt, was du tun kannst
  • Beratung und Hilfe, wenn du angegriffen wirst
  • Fortbildung und Ressourcen für deinen Unterricht
  • Monitoring – Vorfälle ernst nehmen
  • Politische Bildung stärken
  • Demokratische Schulentwicklung fördern

Da wir nicht warten wollen, bist die bildungspolitischen Entscheidungsträger*innen Angebote für euch machen, haben wir uns zusammengetan und ausführliches Informationsmaterial in einer Broschüre zusammengetragern. Als Herausgeber*innen und beteiligte Organisationen eines Bündnisses sind wir uns einig: Lehrkräfte brauchen verlässliche Unterstützung, um ihren demokratischen Bildungsauftrag erfüllen zu können.

„Lehrkräfte, die sich für Menschenrechte und damit für den Schutz der Würde aller Menschen, den Schutz vor Diskriminierung und die Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft wie Demokratie-, Rechtsstaats- und Sozialstaatsprinzip einsetzen, erfüllen ihren demokratischen Bildungsauftrag und bilden damit das Fundament für eine funktionierende freiheitliche und demokratische Gesellschaft. Ihr seid damit nicht allein! Wir stehen an eurer Seite.“

JProf. Dr. Steve Kenner, Bundesvorstand DVPB

Unsere Broschüre: Ziele, Prinzipien und Aufbau

Aus der Hinführung der Broschüre von Elina Stock (GEW):

Diese Broschüre richtet sich an Lehrkräfte und pädagogisches Personal. Sie bietet Orientierung bei Unsicherheiten und Konflikten im Schulalltag, klärt rechtliche Rahmenbedingungen, didaktische Leitlinien und vermittelt praktische Impulse für reflektiertes, professionelles Handeln. Sie ist kein Regelwerk mit starren Vorgaben, sondern ein Werkzeug im Schulalltag. Ihr Ziel ist es, Handlungssicherheit zu stärken und zu ermutigen, eine demokratische menschenrechtsorientierte Haltung einzunehmen – sachlich, fundiert und im Einklang mit dem staatlichen Bildungsauftrag. Das Bündnis – bestehend aus Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Greenpeace, Teachers for Future, Bundesschülerkonferenz und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) – teilt ein klares Bekenntnis zu Demokratie, Menschenwürde und dem Schutz vor Diskriminierung. Uns verbindet der Anspruch, Lehrkräfte in ihrem demokratischen Bildungsauftrag zu bestärken. Dabei sind folgende Prinzipien handlungsleitend:

  • Haltung zeigen: Demokratische Werte sichtbar machen und leben.
  • Solidarität: Lehrkräfte stehen nicht allein; das Bündnis bietet Rück- und Zusammenhalt.
  • Unterstützung: Über Netzwerke, Fortbildungen, Beratung und rechtliche Hilfestellung werden
    Lehrkräfte individuell und kollektiv gestärkt und abgesichert.

Praxisnah vereint die Broschüre juristische sowie pädagogische Expertisen und kombiniert Hintergrundinformationen mit konkreten Handlungsempfehlungen. Im Kern finden sich Fragen und Antworten zu typischen Unsicherheiten im Umgang mit menschen- oder demokratiefeindlichen Positionen. Sie gibt Orientierung für schwierige Situationen anhand konkreter Fallbeispiele. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf Unterstützungsangebote – von schulischen und gewerkschaftlichen Strukturen über Beratungsstellen bis zu Landeszentralen für politische Bildung und Landesdemokratiezentren.

Die Broschüre vermeidet Patentrezepte zugunsten von Information, Reflexion und Urteilsbildung. Somit bietet sie eine Grundlage für selbstbewusstes, entschiedenes und reflektiertes Handeln. Sie ermutigt, demokratische Werte sichtbar zu machen, sich einzumischen, Position zu beziehen und gleichzeitig professionell abgesichert zu bleiben. Damit leistet sie einen Beitrag, dass Schulen Orte bleiben, an denen demokratische Bildung nicht nur vermittelt, sondern gelebt wird. Sie versteht sich als Einladung: Demokratiebildung braucht Haltung – und Haltung entsteht im Miteinander, durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, Fragen stellen, Beziehungen aufbauen und Räume für Beteiligung schaffen. Haltung zeigt sich nicht zuletzt im Mut, trotz Unsicherheit für demokratische Werte einzustehen.

Ansprechperson:

JProf. Dr. Steve Kenner, Zweiter Bundesvorsitzender, Mail: steve.kenner@dvpb.de

Aktuelles, Angebote, nicht-neutral

Schule zeigt Haltung – Breites Bündnis startet Petition

Lehrkräfte stärken jetzt! Die Zeit warmer Worte und Lippenbekenntnissen ist vorbei. Wir brauchen jetzt strukturelle Veränderungen, damit Schulen auch in Zeiten autoritärer Versuchungen, rechtsextremer Angriffe und dem Erstarken demokratie- und menschenfeindlicher Positionen Lernorte der Demokratie bleiben! Lehrkräfte stärken! Für eine menschenrechtsorientierte Bildung Gemeinsam mit der GEW, den Teachers for Future, …

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Lehrkräfte stärken jetzt!

Die Zeit warmer Worte und Lippenbekenntnissen ist vorbei. Wir brauchen jetzt strukturelle Veränderungen, damit Schulen auch in Zeiten autoritärer Versuchungen, rechtsextremer Angriffe und dem Erstarken demokratie- und menschenfeindlicher Positionen Lernorte der Demokratie bleiben!

Lehrkräfte stärken! Für eine menschenrechtsorientierte Bildung

Gemeinsam mit der GEW, den Teachers for Future, Greenpeace, der Bundesschülerkonferenz und den Eltern gegen rechts haben wir eine Petition gestartet, die sich an die Kultus- und Bildungsminister*innen wendet und endlich strukturelle Veränderungen zur Stärkung von Lehrkräften und Schule einfordert! Sei dabei und unterstütze unsere Petition!

Hier geht es direkt zur Petition

Was wir fordern

Klare Leitlinien: Es braucht unmissverständliche offizielle Klarstellungen, dass Lehrkräfte auf der Grundlage von Grundgesetz und Landesverfassungen verpflichtet sind, Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu verteidigen.

Rückendeckung, Rechtssicherheit und Schutz: Lehrkräfte, die sich für die Werte und Prinzipien unserer pluralistischen Demokratie engagieren, müssen bei Vorwürfen und Bedrohungen konsequent geschützt und rechtlich abgesichert werden. 

Hilfs- und Beratungsstrukturen: Es braucht klar definierte und transparente Handlungsketten, Beschwerdestrukturen und Ansprechpersonen in Schulen und Behörden, unabhängige Beratungsstellen und juristische Unterstützung für Betroffene.

Konkrete Hilfen für den Schulalltag: Fortbildungen, Materialien und verbindliche Erlasse müssen Schulleitungen und Lehrkräfte praktisch stärken.

Förderung von Demokratischer Schulentwicklung:
Schulen benötigen Räume, personelle Ressourcen und multiprofessionelle Kooperationen, um sich als demokratische Lernorte mit den menschenrechtlichen Prinzipien der Partizipation, des Schutzes vor Diskriminierung und der Inklusion weiterzuentwickeln.

Stärkung der Politischen Bildung: Politische Bildung muss als Unterrichtsfach abgesichert und Demokratiebildung als schulisches Prinzip ausgebaut werden. 

Flächendeckendes Monitoring und Konsequenzen:  Demokratiefeindliche und diskriminierende Vorfälle an Schulen müssen systematisch erfasst, mit möglichen Maßnahmen zur Intervention dokumentiert und konsequent nachverfolgt werden.

Aktuelles, nicht-neutral

Kleine Anfrage, große Sorgen: Zivilgesellschaft und Träger der politischen Bildung verunsichert

Kurzmitteilung zur Kleinen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion Bonn und Siegen, den 27.02.2025 Der Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V. und die Deutsche Vereinigung für politische Bildung (DVPB e.V) zeigen sich verwundert über die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zur „politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ vom 24.02.2025. Diese Anfrage ist kein sachliches Nachhaken, sondern …

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Kurzmitteilung zur Kleinen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion

Bonn und Siegen, den 27.02.2025

Der Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V. und die Deutsche Vereinigung für politische Bildung (DVPB e.V) zeigen sich verwundert über die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zur „politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ vom 24.02.2025.

Diese Anfrage ist kein sachliches Nachhaken, sondern hat das Potenzial, das Vertrauen in die demokratische Zivilgesellschaft, deren Handeln und Bildungsarbeit zu untergraben. Zudem suggeriert das Verständnis parteipolitischer Neutralität, das in der Anfrage mitschwingt, dass Träger und Aktive der politischen Bildung sich neutral verhalten müssen. Doch politische Bildung kann nicht neutral sein. So stellt u.a. Prof. Dr. Friedhelm Hufen (Professor für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungsrecht an der Johannes Gutenberg-Universität Main) fest: „Privaten Trägern kommen selbst Grundrechte zu, die nicht durch überzogene Neutralitätsanforderungen beeinträchtigt werden dürfen. Schon gar nicht dürfen sie bei Inanspruchnahme öffentlicher Mittel zu politischer ‚Selbstkasteiung‘ und zum Maulkorb […] werden“ (Hufen 2018: 221).

Demokratie lebt vom Diskurs unterschiedlicher Meinungen, nicht von Einschüchterung. Wer gemeinnützige Arbeit als Problem sieht, verkennt die Bedeutung einer lebendigen Demokratie.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an:
Andrea Rühmann, Vorsitzende des bap e.V., ruehmann@bap-politischebildung.de
Prof. Dr. Alexander Wohnig, Bundesvorsitzender DVPB, alexander.wohnig@uni-siegen.de

Aktuelles

Bundesverdienstkreuz für Christine Schrieverhoff

Es gibt auch noch gute Nachrichten! Unser langjähriges Bundesvorstandsmitglied und engagierte Kämpferin für die Politische Bildung in NRW und weit über die Grenzen NRWs hinaus, Christine Schrieverhoff hat am Mittwoch, den 15. Januar 2025 in Düsseldorf den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst überreicht bekommen. Wir freuen uns …

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Es gibt auch noch gute Nachrichten!

Unser langjähriges Bundesvorstandsmitglied und engagierte Kämpferin für die Politische Bildung in NRW und weit über die Grenzen NRWs hinaus, Christine Schrieverhoff hat am Mittwoch, den 15. Januar 2025 in Düsseldorf den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst überreicht bekommen.

Wir freuen uns sehr für Dich, du hast es mehr als verdient.

Christine Schrieverhoff engagiert sich insbesondere in der politischen Bildung und in der Erinnerungsarbeit. Sie war als engagierte Lehrerin und Fachleiterin über Jahrzehnte für die Ausbildung junger Lehrkräfte zuständig. Für politische Bildung setzt sie sich unter anderem ein als Jurorin bei „Jugend debattiert“, als Regionalberaterin beim Deutschen Schulpreis und in weiteren Wettbewerben wie dem NRW Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“. Im Bundesverband kennen wir Christel als engagierte Kollegin, die nicht Müde wird sich für die Stärkung der politischen Bildung einzusetzen, im Landesverband NRW und seit vielen Jahren auch im Bundesvorstand unseres Verbandes.

Aus der Laudatio:

Christine „Christel“ Schrieverhoff engagiert sich seit Jahrzehnten in einem Bereich, der für die Zukunft unseres Landes elementar wichtig ist: in der Bildung. Nach dem Lehramtsstudium unterrichtet sie Geschichte, Pädagogik, Sozialwissenschaften und Chemie im Albert-Schweitzer-Gymnasium in Marl.

Als Fachleiterin ist sie für die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare zuständig. Mit großer Leidenschaft setzt sie sich dafür ein, dass junge Lehrerinnen und Lehrer ihre eigene Rolle für demokratisches Handeln nicht nur in der Schule, sondern in allen gesellschaftlichen
Bereichen begreifen und ausfüllen.

Als Fachleiterin ist sie für die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare zuständig. Mit großer Leidenschaft setzt sie sich dafür ein, dass junge Lehrerinnen und Lehrer ihre eigene Rolle für demokratisches Handeln nicht nur in der Schule, sondern in allen gesellschaftlichen
Bereichen begreifen und ausfüllen.

Christel Schrieverhoff engagiert sich auch über ihre dienstliche Tätigkeit hinaus für die politische Bildung. Ihr Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler sich aktiv für unsere Demokratie einsetzen, dass sie selbstbestimmt teilhaben und gegen Politikverdrossenheit angehen. Sie unterstützt den jährlichen Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ als Jurorin, ist Regionalberaterin und Jurorin beim Deutschen Schulpreis und engagiert sich für weitere politische Wettbewerbe wie „Demokratisch handeln“.

Seit Jahren arbeitet Christel Schrieverhoff am grenzüberschreitenden Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ mit. Sie setzt sich besonders für die Vermittlung der europäischen Idee und für Völkerverständigung ein. Auch im Landes- und Bundesvorstand der Deutschen Vereinigung für politische Bildung ist Christel Schriverhoff tätig. Ob es um fundierte Kommentare und Entwürfe der Lehrplanentwicklung geht, um die Novellierung von Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen im Verbändeanhörungsverfahren oder um die Organisation und Durchführung des jährlichen Landesforums der Deutschen Vereinigung für politische Bildung: Christel Schrieverhoff ist mit ganzer Kraft dabei.

Gemeinsam mit dem Landesinnenministerium organisiert sie zudem Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema Rechtsextremismus. Durch ihr Vorbild ermutigt sie Lehrerinnen und Lehrer, sich gegen Rechtsextremismus zu positionieren, ob im Unterricht oder im Alltag. Ein besonderes Anliegen ist Christel Schrieverhoff die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Aussöhnung mit Israel. Gemeinsam mit einem Fachkollegen setzt sie sich für den Austausch ihrer Schule mit Marls israelischer Partnerstadt Herzliya ein. Und sie begleitet und moderiert Veranstaltungen an Marler Schulen mit der Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugin Halina Birenbaum.

Liebe Frau Schrieverhoff, mit Ihrer unaufgeregten und wertschätzenden Art, durch Ihr geduldiges Zuhören und durch Ihr unermüdliches Engagement für die politische Bildung und für unsere Demokratie haben Sie große Verdienste erworben. Das Verdienstkreuz am Bande steht dafür! Ich bin sicher: Sie haben in den Herzen und Köpfen der Menschen, die Ihnen im Laufe der Jahrzehnte begegnet sind, einen festen Platz.

aus der Laudatio zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

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