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Call for Papers: Herbsttagung 2026 „Soziale Ungleichheiten“

Frist zur Einreichung 15.05.2026 2024 kam eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel „Ungleiche Teilhabe: Marginali-sierte Arme – verunsicherte Mitte“ zu dem Urteil, dass die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland immer größer wird und die Angst vor dem Abstieg weiter wächst sowie das Vertrauen in die Institutionen zu sinken …

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Frist zur Einreichung 15.05.2026

2024 kam eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel „Ungleiche Teilhabe: Marginali-sierte Arme – verunsicherte Mitte“ zu dem Urteil, dass die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland immer größer wird und die Angst vor dem Abstieg weiter wächst sowie das Vertrauen in die Institutionen zu sinken droht. Während der Anteil der armen Bevölkerung kontinuierlich an-steigt, verzeichnen die Vermögen von Milliardär:innen ein schier ungebremstes Wachstum. Ungleichheit hat Auswirkungen auf viele Bereiche der Gesellschaft und Lebensbereiche der Individuen: Auf die Gesundheit, das Wohlbefinden, die Teilhabemöglichkeiten an Gesellschaft, die Parti-zipationsbedingungen an politischen Prozessen. Menschen, die in Armut leben, stehen weniger Ressourcen zur Verfügung. Nahezu alle Studien zeigen, dass diese Menschen weniger Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Dies hat verschiedene Gründe. Ein zentraler ist, dass von Fremdausschluss betroffene Menschen sich oftmals selbst aus politischen Prozessen ausschließen, da ihre Position kein Gehört findet und sie sich für politische Partizipation als nicht berechtigt ansehen usw. Das Problem, vor dem die politische Bildung steht, wenn sie sich der Thematik der Ungleichheit widmet, ist komplex, denn Ungleichheit zeichnet die Bildungsbiografien der Individuen in massiver Weise vor. Insbesondere das gegliederte Schulsystem wird kritisiert, Ungleichheit zu reproduzieren, indem es auf scheinbar gerechte Weise ungleiche Lebenschancen vergibt und verstetigt.

Auf der Tagung soll diskutiert werden, inwiefern das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht nur von Ungleichheit geprägt, sondern auch auf sie angewiesen ist, d.h. ob Ungleichheit ein ‚Nebeneffekt‘ oder eine funktionale Notwendigkeit ist oder noch weitere Funktionen erfüllt. Politische Bildung erreicht oft genau diejenigen nicht, die am stärksten von Ungleichheit betroffen sind und verstärkt so bestehende Asymmetrien: Wer viel politische Bildung erfährt, nimmt auch Angebote der politi-schen Bildung wahr. Wer lange im Schulsystem verweilt und Abitur macht, erhält in der Regel viel mehr politische Bildung als Personen, die die Oberstufe nicht besuchen. Ungleichheit beeinflusst zudem den Zugang zu politischer Bildung. In der außerschulischen politischen Bildung im Speziel-len und der Jugendarbeit im Allgemeinen gibt es oft höhere Zugangshürden, als es das Selbstver-ständnis der Akteur:innen und der Institutionen vermuten lässt. Auch hier regelt die ungleiche Ver-teilung an Ressourcen den Zugang (zumindest mit).

Verschiedene Ansätze der politischen Bildung versuchen dies zu berücksichtigen und Angebote für bestimmte Zielgruppen anzubieten, die Zielgruppen aufzusuchen oder mit Methoden und Konzepten zu arbeiten, die bestimmte Zielgruppen in ihrem Politikbegriff zu erreichen versuchen.

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Analysen zeigen, dass wirtschaftliche Zusammenhänge oft als ‚neutral‘ oder ‚alternativlos‘ dargestellt werden. Zu diskutieren ist, inwiefern Themen wie Vermögensungleichheit, Lohnarbeit oder Finanzmarktmacht als politische Gestaltungsfragen im Diskurs und in der politischen Bildungsarbeit erscheinen. Ähnliches gilt für die Darstellung von Themen wie „Soziale Marktwirtschaft“ oder alternativen Wirtschaftsmodellen.

Gleichzeitig gewinnen Kategorien wie Klasse, Schicht oder Milieus in der Gesellschaftstheorie und in Zeit- sowie Gesellschaftsdiagnosen an Konjunktur. Das Problem, dass große Ungleichheiten eine Gefahr für die Demokratie sind, wird breiter wahrgenommen.
Die Tagung spricht explizit Akteur:innen aus der Theorie und Praxis der schulischen und außerschulischen Bildung sowie den Professionen der Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie), den Erziehungswissenschaften, der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik so-wie weiteren angrenzenden Bereichen an.

Eingereicht werden können

  • Vorträge und Workshops, die Ungleichheit im Verhältnis zu Demokratie, Politik, Gesellschaft, Ökonomie beschreiben, problematisieren. Dabei kann es um das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus, von Demokratie, Ungleichheit und politischer Bildung, um sozioökonomische Aspekte politischer Ungleichheit oder auch die Frage gehen, wieviel Ungleichheit eine Demokratie er- und vertragen kann.
  • Vorträge und Workshops, die Ungleichheit als Herausforderung für die politische Bildung beschreiben. Dabei kann es um strukturelle Fragen oder auch konkrete Forschungsprojekte, etwa zur Reproduktion von Ungleichheit in der politischen Bildung, in Bildungsmedien (Schulbücher, Unterrichtsmaterialien von Stiftungen, Materialien der außerschulischen Bildungsarbeit), durch Methoden der politischen Bildungsarbeit usw. gehen.
  • Vorträge und Workshops, die (aktuelle, aber gerne auch solche aus der Vergangenheit) Konzepte, Ansätze und Methoden darstellen/erfahrbar machen, wie in der schulischen und außerschulischen politischen Bildung mit Ungleichheit (als Gegenstand, als Diskriminierung, als Realität der Lerngruppen) umgegangen werden kann, etwa mit der Beobachtung des Fremd- und Selbstausschlusses von Ungleichheit betroffenen Menschen.
  • Vorträge und Workshops, die konkrete bildungspraktische Ansätze aus der schulischen und außerschulischen Bildung präsentieren, die wiederum Ungleichheit thematisieren oder mit ihr umzugehen versuchen.
  • Konzepte, Ansätze, Projekte und Methoden aus der Jugendarbeit / der Sozialen Arbeit mit Bezug zur politischen Bildung, die Ungleichheit thematisieren oder mit ihr umzugehen versuchen.
  • Beiträge zur Frage, welche Bedeutung (und auf welcher Ebene) das Thema der Tagung für Interessensverbände der politischen Bildung haben könnte und wie diese sich zu der Frage nach Ungleichheit und Politische Bildung positionieren sollten.
  • Neben diesen thematischen Beiträgen planen wir ein durchgehendes inhaltliches Schwerpunktpanel, in dem selbstreflexiv und selbstkritisch die Frage nach der Rolle der politischen Bildung – ihrer Theorie, Praxis, Verbandsarbeit usw. – im Kontext autoritärer Gesellschafts- und Demokratieentwicklungen gefragt werden soll.
  • Beiträge und Workshops, die methodisch auch etwas Experimentelles wagen, sind ausdrücklich erwünscht. Dazu zählen auch ästhetische und künstlerische Zugänge oder Workshops im öffentlichen Raum.

Bitte senden Sie Ihre Beitragsvorschläge als höchstens einseitiges Abstract mit Angaben zu Titel, Veranstalter:innen, Inhalten, gewünschtes Format und benötigte Zeit bis zum 15.05.2026 an Dana Grebner (kontakt@dvpb.de).

Geplant ist, dass Tagungskosten und Reise- sowie Unterbringungskosten für Vortragende und Workshopleitende von den Veranstalter:innen übernommen und über die DVPB abgerechnet werden. Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Bundesvorstands der DVPB, des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der DVPB und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Aktuelles, Angebote, Herbsttagung

Fridays for Future

Der Bundesvorstand der DVPB verfolgt mit großem Interesse die seit einigen Monaten sich ereignenden Schüler_innenproteste „Fridays for Future“. Wir sind beeindruckt von der Leidenschaft und dem Engagement der jungen Leute, die in zahlreichen Ländern auf die Straße gehen, um sich für Ihre und letztlich unser aller Zukunft einzusetzen.  Stellvertretend für …

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Der Bundesvorstand der DVPB verfolgt mit großem Interesse die seit einigen Monaten sich ereignenden Schüler_innenproteste „Fridays for Future“. Wir sind beeindruckt von der Leidenschaft und dem Engagement der jungen Leute, die in zahlreichen Ländern auf die Straße gehen, um sich für Ihre und letztlich unser aller Zukunft einzusetzen. 

Stellvertretend für die vielen durchaus auch kontroversen Diskussionen und Wortmeldungen, die sich innerhalb des Bundesvorstands, aber auch in den Landesverbänden und der gesamten Mitgliedschaft der DVPB zu diesem Thema ergeben haben und ergeben, veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags einen Kommentar unseres Vorstandsmitglieds Prof. Dr. Sibylle Reinhardt aus der Zeitschrift Gesellschaft • Wirtschaft • Politik (GWP), Heft 1/2019, S. 1-4.

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Sozialwissenschaftliche Bildung zählt zum Kern des Bildungsauftrags öffentlicher Schulen und bedarf eines integrativen Unterrichtsfachs der Politischen Bildung!

Die DVPB und der Verband der Lehrerinnen und Lehrer der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Frankreich (APSES) fordern eine Bildungspolitik, die der Bedeutung sozialwissenschaftlicher Bildung an öffentlichen Schulen gerecht wird. 

Die DVPB und der Verband der Lehrerinnen und Lehrer der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Frankreich (APSES) fordern eine Bildungspolitik, die der Bedeutung sozialwissenschaftlicher Bildung an öffentlichen Schulen gerecht wird. 

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Alarmierende Studie: DVPB fordert Stärkung der Politischen Bildung an Schulen

Demokratie-Auftrag von Schule erfüllen, Politische Bildung stärken! DVPB fordert von der Kultusministerkonferenz eine Stärkung der Politischen Bildung an Schulen Ein heute veröffentlichtes bundesweites Ranking für die Sekundarstufe I belegt den geringen Stellenwert der Politischen Bildung in den Stundentafeln der allgemeinbildenden Schulen (vgl. Gökbudak/Hedtke 2018): Für das Schulfach der Politischen Bildung …

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Demokratie-Auftrag von Schule erfüllen, Politische Bildung stärken!

DVPB fordert von der Kultusministerkonferenz eine Stärkung der Politischen Bildung an Schulen

Ein heute veröffentlichtes bundesweites Ranking für die Sekundarstufe I belegt den geringen Stellenwert der Politischen Bildung in den Stundentafeln der allgemeinbildenden Schulen (vgl. Gökbudak/Hedtke 2018): Für das Schulfach der Politischen Bildung stehen durchschnittlich nur gut zwei Prozent der gesamten Lernzeit zur Verfügung! Eine weitere aktuelle Studie der Universität Bielefeld für Nordrhein-Westfalen zeigt, dass im engeren Sinne politische Themen auch in den Ländern, die im Bundesranking recht gut abschneiden, in den Kernlehrplänen eher schwach verankert sein können. Das gilt insbesondere im Vergleich zu wirtschaftlichen Themen. So setzen sich laut Lehrplan nordrhein-westfälische Gymnasiasten nur 17 Minuten pro Woche mit politischen Themen auseinander, für andere Schulformen sieht es kaum besser aus (vgl. Gökbudak/Hedtke 2017, 13 ff.).

Angesichts dieser alarmierenden Befunde stellt die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) an die Kultusministerkonferenz drei zentrale Forderungen, um für mehr und für bessere Politische Bildung an den allgemeinbildenden Schulen zu sorgen.

Hier geht es zur Pressemitteilung der DVPB:

Hier finden Sie den Appell

Hier finden Sie einen aktuellen Bericht von Spiegel-Online über das Ranking Politische Bildung 2017.

Auf diese Studien bezieht sich die DVPB:
Gökbudak, Mahir / Hedtke, Reinhold: Ranking Politische Bildung 2017. Politische Bildung an allgemein bildenden Schulen der Sekundarstufe I. Bielefeld, Januar 2018: Universität Bielefeld.Gökbudak, Mahir / Hedtke, Reinhold: 17 Minuten Politik, 20 Sekunden Redezeit. Daten zum Politikunterricht in der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen. Working Paper No. 6 der Didaktik der Sozialwissenschaften. Bielefeld, November 2017: Universität Bielefeld.

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