Über uns

Zeitschrift POLIS 03/2015: Ungleichheiten in der Demokratie

Vom 19. bis 21. März 2015 fand in Duisburg der 13. Bundeskongress Politische Bildung statt, den die DVPB wieder gemeinsam mit dem Bundesausschuss Politische Bildung (bap) und der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltete. Mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich in 12 Sektionen und 78 Workshops mit unterschiedlichen Aspekten des Tagungsthemas „Ungleichheiten in der Demokratie“.

Dabei ging es neben den eher klassischen Fragestellungen wie beispielsweise soziale Ungleichheit, Inklusion und Exklusion, Entwicklung der Städte oder den Wandel der Arbeitswelt auch um „neuere Themen“ wie Neuro-Enhancement und „Menschenverbesserung“ oder Big Data. Die Bundeszentrale für politische Bildung dokumentiert den Bundeskongress ausführlich auf ihrer Homepage (http://www.bpb.de/veranstaltungen/dokumentation/).

Bevor der Tagungsband im kommenden Jahr erscheinen wird, dokumentieren wir vorab vier Kongressbeiträge: Christoph Butterwegge, Steffen Mau und Oliver Nachtwey waren so freundlich, uns ihre Beiträge zur Verfügung zu stellen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Entwicklungen und Tendenzen der sozialen Ungleichheit beschäftigen.

Jochen Dallmer zeigt in seinem Artikel die Relevanz des Themas „Glück und gutes Leben“ für die politische Bildung auf. In der „Didaktischen Werkstatt“ finden Sie Material für ein Konferenzspiel zur Griechenlandkrise, das Jasper Meya und Lukas Meya entwickelt und auch mehrfach durchgeführt haben. (Bitte beachten Sie, dass Sie dazu weiteres Material auf unserer Homepage finden: http://dvpb.de/publikationen/zeitschrift-polis/). Außerdem hat uns eine weitere Replik zum Beitrag von Dirk Lange und Moritz Peter Haarmann über den Einsatz von Jugendoffizieren in allgemeinbildenden Schulen (Heft 1/2015) erreicht, die wir Ihnen im „Forum“ gerne zur Kenntnis geben. Mit dieser Ausgabe verändert die POLIS nach vielen Jahren ihr Aussehen. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits kleinere Veränderungen im Verbandsteil vorgenommen hatten, erscheint die POLIS nun in einem neuen Layout. Wir hoffen, dass es Ihnen gefällt.

Zusatzmaterialien zu dieser POLIS-Ausgabe finden Sie hier.

  • Christoph Butterwegge „Risse im sozialen Fundament des Gemeinwesens“
  • Steffen Mau „Die Rückkehr der sozialen Ungleichheit“
  • Oliver Nachtwey „Elemente der Abstiegsgesellschaft“
  • Jochen Dallmer „Das Gute Leben“ als Thema in Politik und politischer Bildung
  • Lukas Meya und Jasper Meya „Schuldenstreit. Ein Konferenzspiel zur Griechenlandkrise“

Zeitschrift POLIS 02/2015: Handlungsorientierung – Politische Bildung durch politische Aktion?

Spätestens seit der Tagung im Haus am Maiberg im März 2010, die unter der Themenstellung „Partizipation als Bildungsziel“ organisiert war, ist die Kontroverse über das Verhältnis von Lernen und Handeln in der Politischen Bildung neu entbrannt. Während Vertreter der sogenannten „non-formalen“ Bildung dazu tendieren, das Politik-Machen geradezu als Voraussetzung für nachhaltiges politisches Lernen zu sehen, scheint bei den Repräsentanten der schulischen Politischen
Bildung eher die Befürchtung zu überwiegen, dass ein zu enges Verhältnis von politischem Lernen und politischer Aktion möglicherweise zu unzulässigen Grenzüberschreitungen führt.

Ein Déjà-vu-Erlebnis wird in diesem Zusammenhang durch Klaus-Peter Hufers Rückblick auf die in den Nachachtundsechziger Jahren vor allem in der politischen Erwachsenenbildung virulent geführten Debatte in Erinnerung gerufen. Daran anknüpfend versucht POLIS in dieser Ausgabe die aktuell konträren Positionen zu profilieren: Während Benedikt Widmaier aus der Sicht der non-formalen Bildung dafür plädiert, zwischen politischem Lernen und politischer Aktion eine enge Verknüpfung herzustellen, erörtert Armin Scherb aus der Sicht der Pragmatistischen Politikdidaktik Möglichkeiten und Grenzen, die im Verhältnis von politischem Handeln und politischem Lernen zu berücksichtigen sind. Als Ergänzung zu den Fachbeiträgen geben im FORUM renommierte Politikdidaktiker und Politikdidaktikerinnen Antwort auf die Frage, was „Handlungsorientierung“ in der Politischen Bildung bedeuten soll.

In der Didaktischen Werkstatt veranschaulicht Oliver Emde das politikdidaktische Potential „alternativer Stadtrundgänge“, die von zivilgesellschaftlichen Akteuren für die interessierte Öffentlichkeit, aber auch für Schulklassen und andere Lerngruppen angeboten werden.

  • Klaus-Peter Hufer „Zwischen Aktion und Reflexion – Handlungsorientierung in der Erwachsenenbildung“
  • Benedikt Widmaier „Politische Partizipation – wirklich ein Ziel der Politischen Bildung?“
  • Armin Scherb „Politik Lernen durch Politik MACHEN?“
  • Was heißt „Handlungsorientierung“ in der Politischen Bildung?
  • Oliver Emde „Spazierend schreiten wir voran.“

Zeitschrift POLIS 01/2015: Friedenspädagogik

Im vergangenen Jahr wurde in unzähligen Publikationen, Tagungen, Ausstellungen und Veranstaltungen aller Art des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 gedacht. In diesem Jahr erinnern wir uns an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren. Aber nicht nur diese beiden Gedenkjahre sondern auch die vielen aktuellen Gefahren für den Weltfrieden bieten Anlass, über die Bedeutung der Friedenspädagogik im Rahmen der politischen Bildung nachzudenken.

Deshalb haben wir Harald Müller gebeten, eine grundlegende Einschätzung der Sicherheitslage 100Jahre nach dem Ersten Weltkrieg vorzunehmen. Er gelangt in seiner Analyse zu erstaunlichen Ähnlichkeiten zwischen der weltpolitischen Lage von 1914 und 2015. Hans-Joachim Reeb erläutert, weshalb Sicherheit ein zentraler Gegenstand der politischen Bildung sein sollte. Die Bilanz, die Klaus-Peter Hufer nach 30 Jahren Friedensbewegung und Friedenpädagogik zieht, gibt eher Anlass zur Beunruhigung. Umso erfreulicher ist der Einblick in ihre lebendige friedenspädagogische Arbeit, den uns Christof Starke und Markus Wutzler vom Friedenskreis Halle e.V. gewähren. Schließlich beschäftigen sich Dirk Lange und Moritz Peter Haarmann mit dem nicht unproblematischen Einsatz von Jugendoffizieren der Bundeswehr in allgemeinbildenden Schulen. Soldaten seien keine politischen Bildner, und die Bundeswehr habe keinen politischen Bildungsauftrag, lautet ihr eindeutiges Resümee.

  • Harald Müller „Hundert Jahre später: Gibt es ein Weltkriegsrisiko?“
  • Hans-Joachim Reeb „Sicherheit in der politischen Bildung“
  • Klaus-Peter Hufer „Friedensbewegung, Friedensinitiativen und Friedenspädagogik: Was ist aus ihnen geworden?“
  • Christof Starke, Markus Wutzler „Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten“
  • Dirk Lange, Moritz Peter Haarmann „Jugendoffiziere an Schulen“

Zeitschrift POLIS 03/2014: USA

„Change“ und „Forward“ waren die zentralen Slogans in den beiden letzten US-Präsidentschaftswahlkämpfen, die Barack Obama gewinnen konnte. Damit weckte er im In- und Ausland Hoffnungen und Erwartungen. Allein seine außenpolitischen Verheißungen reichten aus, ihn nach nur neun Monaten Amtszeit mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen. Lässt sich von einer „Weltmacht im Wandel“ sprechen? Sind die USA tatsächlich dabei, sich neu zu formieren?

Die Obama-Administration trat zu einer Zeit großer politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme an: Die schwere Immobilien- und Finanzmarktkrise, die desaströsen Ergebnisse der Militäroperationen, die hohe Staatsverschuldung sowie die immer größer werdende soziale Ungleichheit und schließlich das Erstarken neuer globaler Akteure verunsicherten Politik und Gesellschaft in den USA zutiefst. Reformen und Wandel waren so letztlich auch aufgrund institutioneller Bedingungen und Restriktionen nur schwer möglich oder scheiterten gar.

Christoph Scherrer befasst sich in seinem Beitrag mit der aktuellen weltpolitischen Stellung der USA und fragt danach, ob sich diese in den letzten Jahren verändert hat. Mit der Angst als Bestandteil der politischen Kultur, die dazu führt, dass National Security in den USA nicht erst seit „9/11“ für eine Art kollektiver Obsession steht, beschäftigt sich Bernd Greiner. Dass die USA trotz der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten nicht post-rassistisch sind, zeigt Marlon Lieber, dessen Beitrag angesichts der Proteste in Ferguson eine traurige Aktualität erfährt. Markus B. Siewert und Claudius Wagemann fragen nach der Krise der US-Demokratie, und schließlich plädiert Julia Mertens im Rahmen der Didaktischen Werkstatt für die Behandlung des US-amerikanischen Wohlfahrtsstaats im sozialwissenschaftlichen Unterricht.

  • Christoph Scherrer „Die post-hegemoniale USA?“
  • Bernd Greiner „Angstunternehmer“
  • Marlon Lieber „Sind die Vereinigten Staaten von Amerika post-racial?“
  • Markus B. Siewert und Claudius Wagemann „Kein Vorbild mehr? Zur Krise der US-Demokratie“
  • Julia Mertens „Der US-Wohlfahrtsstaat im Unterricht“

Zeitschrift POLIS 02/2014: Wissen und Einstellungen

Für die Politische Bildung sind die Konzepte „Wissen“ und „Einstellungen“ von zentraler Bedeutung, geht es doch im Kern um die Vermittlung von sozialwissenschaftlichem Wissen und um die Reflexion von Einstellungen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der sozialwissenschaftliche Zugriff auf diese zentralen Gegenstände gewandelt. Einerseits hat sich der Blick auf das Wissen verändert, insoweit es weniger in einer enzyklopädischen Logik als prinzipielle Bestandsgröße (die sicherlich historisch variiert) zu denken ist, sondern eher hinsichtlich seiner An(-)Ordnung, seiner – durchaus machtvollen – Ausrichtung (vergleiche dazu den Beitrag von Werner Friedrichs). Andererseits erscheinen Einstellungen immer weniger als ein individuell gegebenes Raster, das dem Grunde nach dem sozialen Kontext als vorgängig zu denken ist.

Vielmehr korrelieren Subjektivität, und die damit zusammenhängenden Einstellungen, mit dem sozialstrukturellen Umfeld in einer sehr grundsätzlichen Weise (vergleiche dazu den Beitrag von Dirk Lange und Holger Onken). Für die Politische Bildung wären entsprechend an einigen Stellen die Erhebungs- und Didaktisierungsformate weiterzuentwickeln. So ließe sich etwa fragen, in welchem Format Wissen und Einstellungen zu erforschen wären (vergleiche dazu den Beitrag von Christian Meyer-Heidemann); oder auf welche Weise die Veränderung des Wissens die Berücksichtigung etwa der Diskursforschung (vergleiche dazu den Beitrag von Reiner Keller) in der Didaktik nahelegt. Im vorliegenden Heft werden einige Schlaglichter auf die entsprechenden Diskussionsstände um „Wissen“ und „Einstellungen“ geworfen.

  • Werner Friedrichs „Perspektiven auf die Veränderung des Wissens“
  • Reiner Keller „Wissen in der Perspektive der Diskursforschung“
  • Christian Meyer-Heidemann „Wissen und Einstellungen „evidenzbasiert“ erforschen?“
  • Holger Onken und Dirk Lange „Sozialer Hintergrund und politische Bildung als Einflussfaktoren politischer Partizipation“
  • Karsten Biermann und Ann-Christin Jessen „Position beziehen! Einstellungsförderung durch „politisch-künstlerische“ Projekte“

Zeitschrift POLIS 01/2014: Political Correctness – Ist korrekt auch immer gut?

Die Feminisierung der Sprache hat die Rabaukin und die Vorständin erzeugt, während sich zu Mitgliedern noch immer keine „Mitgliederinnen“ gesellen. Aber wird der Vollpfosten – das unlängst von der Duden-Redaktion aufgenommene Substantiv – ohne weibliches Pendant bleiben können? Was ist sprachlich und damit politisch korrekt bzw. inkorrekt? Die Beispiele zeigen, dass die Diskussion über Political Correctness (PC) tief in der gesellschaftspolitischen Debatte verwurzelt ist. Aus diesem Grund nimmt das vorliegende Heft ausgewählte Aspekte dieses ebenso zeit- wie uferlosen Themas in den Blick.

Die Politikwissenschaftlerin Gudrun Hentges stellt einleitend die Entwicklung und die Begriffsgeschichte der PC dar. Den Einfluss der Medien auf die Diskussion – insbesondere der neuen Medien – beschreibt der Redakteur der Rheinischen Post, Gregor Mayntz. Der ehemalige taz-Redakteur Daniel Haufler fragt u. a., ob das Binnen-I bei denen, die sich darüber ärgern, als eine Art Stolperstein zum Nachdenken anregen kann. Anna Klein geht in ihrem Beitrag der Frage nach, in welcher Form Alltagsrassismus sicht- und spürbar wird. Johannes Schillo analysiert, was hinter der lslamkritik steckt und zeigt, wie ideologisch die Auseinandersetzung mit „dem Islam“ ist.

Dirk Schulze beleuchtet die genderspezifischen Aspekte der Debatte um politische Korrektheit. Wie im Alltag weiterhin mit Nazi-Begriffen umgegangen wird und inwieweit dabei sensible Wachsamkeit schwindet, thematisiert Thorsten Eitz. In der Didaktischen Werkstatt zeigt Alice Lanzke, wie verbreitet „politisch inkorrekte“ Hassseiten im Internet sind und gibt Hinweise, wie diesen entgegengewirkt werden kann.

  • Gudrun Hentges „Geschichte und Intention der Political Correctness“
  • Gregor Mayntz „PC und Medien“
  • Daniel Haufler „Die Debatte um das große „I““
  • Anna Klein „Rassismus im Alltag – oder: Rassismus ist Alltag“
  • Johannes Schillo „Wie viel Islamkritik ist erlaubt?“
  • Thorsten Eitz „Belastete Wörter“
  • Dirk Schulz „Wirkliche oder willkürliche Wirklichkeit? Die Geschlechterfrage zwischen Wissenschaft, Politik und Ideologie“
  • Alice Lanzke „„Political Incorrect“ – Hass im Internet“

Zeitschrift POLIS 03/2013: Professionalisierung in der Politischen Bildung

„Was bedeutet Professionalität in der politischen Erwachsenenbildung und wie ist es um die Fähigkeiten der dort Beschäftigten bestellt? Danach fragt im ersten Teil dieses POLIS-Heftes Falk Scheidig und stellt grundsätzliche Überlegungen zum Theorie-Praxis-Verhältnis und zur wissenschaftlichen Fundierung der Erwachsenenbildung an. Julia Alfänger, Robert Cywinski und Arne Elias stellen erste Ergebnisse einer Studie vor, die der Fragenachgeht, inwiefern sich die vielfältigen prekären Einkommens- und Beschäftigungsverhältnisse in der Weiterbildung auf die Professionalität auswirken können. Schließlich zeigen Nadine Balzterund Achim Schröder, dass außerschulische politische Jugendbildung Wirksamkeit entfalten kann.

Im zweiten Teil des Heftes greifen wir die aktuelle Debatte über Konzepte in der politischen Bildung auf. Die Redaktion bat Georg Weißeno und seine Mitautoren einerseits sowie Wolfgang Sander andererseits Stellung zu beziehen und einige Fragen, die sich aus Sicht der Redaktion im Zusammenhang dieser Debatte ergeben, zu beantworten. Leider ist nur Wolfgang Sander dieser Bitte mit dem Beitrag „Bildung durch Politikunterricht“ nachgekommen. In der Didaktischen Werkstatt stellt Edwin Stiller das Lernjournal als Instrument in der Fort- und Weiterbildung vor.“

  • Falk Scheidig „Professionalität politischer Erwachsenenbildung?“
  • Julia Alfänger, Robert Cywinski, Arne Elias „Weiterbildung als Beruf“
  • Nadine Balzter, Achim Schröder „Persönliche und politische Orientierung durch außerschulische politische Jugendbildung“
  • POLIS-Redaktion „Zur aktuellen Diskussion über Konzepte in der politischen Bildung“
  • Wolfgang Sander „Bildung durch Politikunterricht“
  • Edwin Stiller „Das Lernjournal“

Zeitschrift POLIS 02/2013: Kritische Politische Bildung

Macht es im Jahre 2013 noch Sinn, von „Kritischer“ Politischer Bildung zu sprechen, wenn der Terminus eine Unterscheidung treffen soll? Muss Politische Bildung nicht per se „kritisch“ sein? Impliziert dies nicht schon das Kontroversitätsprinzip des Beutelsbacher Konsenses? Ein Antwortspektrum muss mindestens die Historizität des Terminus berücksichtigen. Deshalb erscheint es unverzichtbar, zunächst Bernhard Claußen als den Politikdidaktiker zu Wort kommen zu lassen, der mit seiner „Kritischen Politikdidaktik“ (1981) im Rekurs auf die „Frankfurter Schule“ den historischen Markstein für diese Begriffsverwendung gesetzt hat.

Demgegenüber müssen diejenigen, die heute von „Kritischer Politischer Bildung“ sprechen, die Berechtigung des Etiketts erklären. Diesen Versuch unternimmt Bettina Lösch als Mitherausgeberin des gleichnamigen Sammelbands. Klaus-Peter Hufer und Jens Korfkamp versuchen in ihrem Beitrag aus der Perspektive der Erwachsenenbildung eine Würdigung der aktuellen Diskussion. Dabei sehen sie die Möglichkeiten Kritischer Politischer Bildung durch einen output-orientierten ökonomistischen Mainstream der Politikdidaktik stark eingeschränkt.

Eine zusätzliche Erweiterung des Meinungsspektrums erfährt die Diskussion in dem anschließenden Interview-Format mit Antworten von Gudrun Hentges, Kerstin Pohl, Tonio Oeftering, Edwin Stiller und Fritz Reheis. Dessen Schüler Michael Görtler eruiert in der Didaktischen Werkstatt Möglichkeiten einer kritischen unterrichtlichen Begegnung mit dem Problem der Beschleunigung in einer durchökonomisierten Lebenswelt.

  • Bernhard Claußen „Kritische Politische Bildung und ihre Didaktik“
  • Bettina Lösch „Was heißt ‚kritische Politische Bildung‘ heute?“
  • Klaus-Peter Hufer und Jens Korfkamp „Kritische Politische Bildung?! – Ein Zwischenruf“
  • „Kritische Politische Bildung – heute?“ – POLIS fragte nach…
  • Michael Görtler „Die Beschleunigung von Lebenswelt und Politik

Zeitschrift POLIS 01/2013: Menschenrechte und Menschenrechtsbildung

Menschenrechte, die den Menschen nicht bekannt sind oder nicht verstanden werden, bleiben wirkungslos. Menschenrechtsbildung ist deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil der Entwicklung der Menschenrechte. POLIS stellt in diesem Heft unter schiedliche Facetten dieses Bildungsangebots vor. Peter Fritzsche beginnt mit einem Erfahrungsbericht aus seiner langjährigen Praxis der Menschenrechtsbildung. Sandra Reitz bietet dann einen Einblick in Theorie und Praxis der Menschenrechtsbildung von Amnesty International.

Diese NGO ist zu einem der einflussreichsten und vielseitigsten Anbieter im schulischen wie außerschulischen Bereich geworden. Oft wirkt Amnesty mit seiner Reputation wie ein Türöffner zum Thema. Peter und Thomas Kirchschläger informieren dann über „gute Praxis“ der Verankerung der Menschenrechtsbildung an der Pädagogischen Hochschule in Luzern. Mit guter Praxis in der Schule geht es im Interview mit der Bundeskoordinatorin der UNESCO-Projektschulen (UPS) Brigitte Wilhelm weiter, die über den Stellenwert der Menschenrechtsbildung an den UPS berichtet.

In der didaktischen Werkstatt zeigt dann zunächst Claudia Lohrenscheit, wie Kinderrechtsbildung zum Schlüssel für die Menschenrechtsbildung werden kann und welche didaktischen Hilfen beispielsweise mit „Compasito“ zur Verfügung stehen. Im zweiten Beitrag in dieser Rubrik stellen Anne von Oswald und Andrea Schmelz ihre (auch online verfügbare) Handreichung, „Lernen über Migration und Menschenrechte“ vor, in der eine aktuelle mit einer historischen Perspektive verbunden wird.

  • K. Peter Fritzsche „Erfahrungen mit der Menschenrechtsbildung“
  • Sandra Reitz „Der Beitrag von Amnesty International zur Menschenrechtsbildung“
  • Peter G. Kirchschläger und Thomas Kirchschläger „MultiplikatorInnen und die Zukunft im Fokus“
  • Interview Brigitte C. Wilhelm „Menschenrechtsbildung an UNESCO-Projektschulen“
  • Claudia Lohrenscheit „Kinderrechte mit Compasito & Co. Menschenrechtsbildung für und mit Kindern“
  • Anne von Oswald und Andrea Schmelz „Lernen über Migration und Menschenrechte: Der Umgang mit Flüchtlingen gestern und heute“

Zeitschrift POLIS 04/2012: Politische Bildung mit Migrantinnen und Migranten

Die politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft Bundesrepublik Deutschland hat ein großes Versäumnis nachzuholen: nämlich sich bei ihren Themen, Seminaren, Projekten und im Unterricht verstärkt um Migrantinnen und Migranten zu kümmern. Es leben derzeit über 19% Menschen mit dem sogenannten Migrationshintergrund hier, in wenigen Jahren werden es 30%, noch später vielleicht 50% sein. Doch wann ist jemand Migrantin oder Migrant und wann nicht mehr? Gibt es überhaupt „die“ Migrantinnen und Migranten? Welche Gruppen kann man erreichen, um sie für Politik zu interessieren und für Demokratie zu begeistern?

Das sind Fragen, die in diesem Polis-Heft gestellt und beantwortet werden. Deutlich wird bei den Beiträgen, dass es vor allem die außerschulische Jugendbildung ist, die hier mit kreativen, lebensweltnahen Konzepten Jugendliche unterschiedlicher Herkünfte ansprechen kann. Und es gibt interessante Nischen: die gewerkschaftliche Bildungsarbeit z.B. und der in der Fachdiskussion ausgeblendete Bereich informeller Bildung. Auch hier findet vielfach unerkannt, aber effektiv politische Bildung statt. Daneben erscheint die Politikdidaktik recht defizitär Die Lektüre der Beiträge macht deutlich, dass es ungewöhnlicher Wege bedarf, um junge und ältere Migrantinnen und Migranten für politische Bildung zu gewinnen.

Vor allem muss man sich von dem Pauschalbegriff „die Migranten“ freimachen und bei einer äußerst heterogenen Adressaten-, Teilnehmer- und Schülerschaft Sensibilität entwickeln für die Anerkennung jeweils verschiedener Subjekte in immer besonderen Lebenswelten. Dabei ist es notwendig, sich von einem engen Politikbegriff zu lösen und sich zu öffnen für ein am Alltag orientiertes Politikverständnis.

  • Interview Ina Bielenberg „Wir müssen die Angebote bekannter machen.“
  • Interview Birgit Jagusch „Politische Jugendbildung in VJMs“
  • Benno Hafeneger „Migration und politische Jugendbildung“
  • Jutta Weduwen „Nationalsozialistische Geschichte in der deutschen Einwanderungsgesellschaft“
  • Giovanni Pollice und Oliver Venske „Hier drin ist das kein Thema!“
  • Susann Gessner „Politische Bildung jenseits der Migrationsgesellschaft“
  • Karim Fereidooni und Karim Hassan „Diversitätsbewusste Didaktik im Politikunterricht“