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DVPB fordert Ausbau der Politischen Bildung

Der Zulauf rechtspopulistischer und rechtsextremer außerparlamentarischer Organisationen und die jüngsten Wahlergebnisse auf Kommunal- und Landesebene zeigen: die demokratische Substanz in Deutschland erodiert.
Immer mehr Menschen verbinden wirtschaftliche und kulturelle Ängste mit politischen Ressentiments.

Die Grundlage für verantwortungsbewusst handelnde Bürgerinnen und Bürger wird in den Schulen gelegt. Die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) appelliert deshalb an die Bildungsministerien der Länder, die Politische Bildung zu stärken und damit dem Demokratie-Auftrag von Schule und Gesellschaft nachzukommen.

Politische Bildung ist keine Nebensache, sondern das Fundament einer vitalen Demokratie!

Den kompletten Aufruf der DVPB finden Sie hier:

Neuer DVPB Bundesvorstand

Während des Bundeskongress Politische Bildung in Duisburg wurde im Rahmen der Delegiertenversammlung der DVPB am 20.03.2015 ein neuer Bundesvorstand für die Amtszeit von 3 Jahren (2015–2018) gewählt. 

Als Bundesvorsitzender wurde Prof. Dr. Dirk Lange (Hannover) bestätigt, als Zweite Bundesvorsitzende wurden Prof. Dr. Reinhold Hedtke (Bielefeld), Prof. Dr. Sibylle Reinhardt (Halle) und Prof. Dr. Birgit Weber (Köln) gewählt. Frau Marga Kempe (Magdeburg) übernimmt weiterhin das Amt der Bundesschatzmeisterin. Als Beisitzer/innen wurden Sara Alfia Greco (Frankfurt/M.), Moritz-Peter Haarmann (Hannover), Prof. Dr. Armin Scherb (Nürnberg), Christel Schrieverhoff (Marl/Recklinghausen) und Benedikt Widmaier (Heppenheim) in den Bundesvorstand gewählt. 

Der Bundesvorstand der DVPB dankt Prof. Dr. Karl-Peter Fritzsche und Dr. Thomas Simon für die langjährige gute Zusammenarbeit und ihr Engagement für die Politische Bildung.

Politische Bildung für die Demokratie

Positionspapier der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB)
Erarbeitet von Bundesvorstand und Erweiterten Bundesvorstand der DVPB, verabschiedet am 24.11.2014

Notwendigkeit Politischer Bildung

  • Demokratie setzt die Politische Bildung aller voraus. Ohne Politische Bildung achtet das demokratische Gemeinwesen sich selbst gering und gefährdet seine Grundlagen.
  • Demokratische Werte, Normen und Institutionen bedürfen der fortlaufenden Praxis und der kritischen Reflexion von Anspruch und Wirklichkeit durch mündige Bürgerinnen und Bürger.
  • Politische Bildung ist in einer Demokratie gesellschaftliche Allgemeinbildung. Hierfür trägt der Staat eine besondere Verantwortung.

Charakteristika Politischer Bildung

  • Als gesellschaftliche Allgemeinbildung ist Politische Bildung sozialwissenschaftlich ausgerichtet, um politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge angemessen zu erfassen.
  • Politische Bildung orientiert sich an den Grundsätzen des „Beutelsbacher Konsens“: Überwältigungsverbot, Kontroversitätsprinzip und Befähigung zur interessengeleiteten Partizipation der Lernenden.
  • ) Die Befähigung des Einzelnen zu einer reflektierten und selbstbestimmten Teilhabe am öffentlichen Leben umfasst ethisch-moralisches Urteilen und politisches Handeln.
  • Politische Bildung ist Bildung zur Kritik- und Konfliktfähigkeit.
  • Soziales und politisches Lernen sind zu unterscheiden und als Demokratiebildung zu verknüpfen.
  • Politische Bildung reflektiert die Voraussetzungen und Bedingungen von demokratischer Beteiligung. Deshalb orientiert sie sich am Prinzip der Chancengleichheit.

Bildungspolitische Forderungen

  • Politische Bildung muss in allen Bildungsgängen verankert werden (allgemein- und berufsbildende Schulen, Hochschulen, Jugend- und Erwachsenenbildung, Aus- und Weiterbildung).
  • Die Förderung politischer Mündigkeit gehört zum Kern des Bildungsauftrages aller Schulen.
  • Sozialwissenschaftliches Lernen bedarf eines integrierenden Kernfaches der Politischen Bildung, das durchgängig mit mindestens zwei Wochenstunden unterrichtet wird.
  • Der mehrperspektivische Zugriff verlangt sozialwissenschaftlich und fachdidaktisch ausgebildete Lehrkräfte.
  • Hochschulen müssen die Politische Bildung aller Studierenden und insbesondere aller Lehramtsstudierenden fördern. Studienseminare setzen dies fort und bilden die Fachlehrkräfte für Politische Bildung aus.
  • Durch die Jugend- und Erwachsenenbildung wird Politische Bildung als lebenslanges Lernen unterstützt. Die zivilgesellschaftlichen Träger müssen durch Projektförderung und institutionelle Förderung abgesichert werden.
  • Politische Bildung braucht eine institutionalisierte fachdidaktische Forschung an den Hochschulen. Sie benötigt ein unabhängiges, forschungsorientiertes Institut für die Didaktik der Demokratie.

Aktionstage Politische Bildung 2015

Vom 05.–15. Mai 2015 machen bpb, DVPB, bap und die Landeszentralen für politische Bildung im Rahmen der „Aktionstage Politische Bildung“ wieder bundesweit auf die vielfältigen Angebote Politischer Bildungsarbeit aufmerksam.

Die 11. Aktionstage werden erstmals unter ein Schwerpunktthema gestellt: Der thematische Rahmen „Zuwanderung – Flucht – Asyl: Umgang mit Vielfalt in der politischen Bildung“ bietet viel Raum, um den Beitrag der Politischen Bildung für eine tolerante, solidarische und weltoffene Gesellschaft vor Augen zu führen (bzw. reaktionären Gegenentwürfen zu begegnen)

In Gedenken an Dr. Herbert Knepper

In Gedenken an Dr. Herbert Knepper, langjähriger Bundesvorsitzender und Ehrenvorsitzender der DVPB

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In Gedenken an

Dr. Herbert Knepper
(15. September 1933 – 23. August 2013)

Bundesvorsitzender der DVPB (1986-1994)
Ehrenvorsitzender der DVPB (seit 2007)

Die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung trauert um ihr

langjähriges Mitglied.

Über Jahrzehnte hat Dr. Herbert Knepper die DVPB in

vielfältigen Funktionen gestaltet und inhaltlich geprägt.

Er wird uns fehlen – als Kollege, als Ratgeber, als Kritiker und

als Freund.

Prof. Dr. Dirk Lange

Bundesvorsitzender der DVPB

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