Herbsttagung der DVPB
Neben den Tagungen die von den einigen Landesverbänden ausgerichtet werden, organisiert auch der Bundesvorstand immer in Kooperation mit einem Landesverband eine gemeinsame und bundesweite Fachtagung. Hier erfahren Sie mehr über die vergangenen Tagungen und erhalten immer auch aktuelle Informationen über Call for Paper.
Im Folgenden finden Sie Auszüge aller unserer Herbsttagungs-Beiträge. Wenn Sie einen Beitrag zu Ende lesen möchten, klicken Sie bitte auf „Weiterlesen“. Möchten Sie eine komplette Ansicht aller Texte, können Sie auch in unser Herbsttagungs-Archiv wechseln, wo alle Beiträge im Volltext gelistet sind.
Call for Papers: Herbsttagung 2026 „Soziale Ungleichheiten“

Frist zur Einreichung 15.05.2026
2024 kam eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel „Ungleiche Teilhabe: Marginali-sierte Arme – verunsicherte Mitte“ zu dem Urteil, dass die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland immer größer wird und die Angst vor dem Abstieg weiter wächst sowie das Vertrauen in die Institutionen zu sinken droht. Während der Anteil der armen Bevölkerung kontinuierlich an-steigt, verzeichnen die Vermögen von Milliardär:innen ein schier ungebremstes Wachstum. Ungleichheit hat Auswirkungen auf viele Bereiche der Gesellschaft und Lebensbereiche der Individuen: Auf die Gesundheit, das Wohlbefinden, die Teilhabemöglichkeiten an Gesellschaft, die Parti-zipationsbedingungen an politischen Prozessen. Menschen, die in Armut leben, stehen weniger Ressourcen zur Verfügung. Nahezu alle Studien zeigen, dass diese Menschen weniger Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Dies hat verschiedene Gründe. Ein zentraler ist, dass von Fremdausschluss betroffene Menschen sich oftmals selbst aus politischen Prozessen ausschließen, da ihre Position kein Gehört findet und sie sich für politische Partizipation als nicht berechtigt ansehen usw. Das Problem, vor dem die politische Bildung steht, wenn sie sich der Thematik der Ungleichheit widmet, ist komplex, denn Ungleichheit zeichnet die Bildungsbiografien der Individuen in massiver Weise vor. Insbesondere das gegliederte Schulsystem wird kritisiert, Ungleichheit zu reproduzieren, indem es auf scheinbar gerechte Weise ungleiche Lebenschancen vergibt und verstetigt.
Auf der Tagung soll diskutiert werden, inwiefern das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht nur von Ungleichheit geprägt, sondern auch auf sie angewiesen ist, d.h. ob Ungleichheit ein ‚Nebeneffekt‘ oder eine funktionale Notwendigkeit ist oder noch weitere Funktionen erfüllt. Politische Bildung erreicht oft genau diejenigen nicht, die am stärksten von Ungleichheit betroffen sind und verstärkt so bestehende Asymmetrien: Wer viel politische Bildung erfährt, nimmt auch Angebote der politi-schen Bildung wahr. Wer lange im Schulsystem verweilt und Abitur macht, erhält in der Regel viel mehr politische Bildung als Personen, die die Oberstufe nicht besuchen. Ungleichheit beeinflusst zudem den Zugang zu politischer Bildung. In der außerschulischen politischen Bildung im Speziel-len und der Jugendarbeit im Allgemeinen gibt es oft höhere Zugangshürden, als es das Selbstver-ständnis der Akteur:innen und der Institutionen vermuten lässt. Auch hier regelt die ungleiche Ver-teilung an Ressourcen den Zugang (zumindest mit).
Verschiedene Ansätze der politischen Bildung versuchen dies zu berücksichtigen und Angebote für bestimmte Zielgruppen anzubieten, die Zielgruppen aufzusuchen oder mit Methoden und Konzepten zu arbeiten, die bestimmte Zielgruppen in ihrem Politikbegriff zu erreichen versuchen.
Analysen zeigen, dass wirtschaftliche Zusammenhänge oft als ‚neutral‘ oder ‚alternativlos‘ dargestellt werden. Zu diskutieren ist, inwiefern Themen wie Vermögensungleichheit, Lohnarbeit oder Finanzmarktmacht als politische Gestaltungsfragen im Diskurs und in der politischen Bildungsarbeit erscheinen. Ähnliches gilt für die Darstellung von Themen wie „Soziale Marktwirtschaft“ oder alternativen Wirtschaftsmodellen.
Gleichzeitig gewinnen Kategorien wie Klasse, Schicht oder Milieus in der Gesellschaftstheorie und in Zeit- sowie Gesellschaftsdiagnosen an Konjunktur. Das Problem, dass große Ungleichheiten eine Gefahr für die Demokratie sind, wird breiter wahrgenommen.
Die Tagung spricht explizit Akteur:innen aus der Theorie und Praxis der schulischen und außerschulischen Bildung sowie den Professionen der Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie), den Erziehungswissenschaften, der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik so-wie weiteren angrenzenden Bereichen an.
Eingereicht werden können
- Vorträge und Workshops, die Ungleichheit im Verhältnis zu Demokratie, Politik, Gesellschaft, Ökonomie beschreiben, problematisieren. Dabei kann es um das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus, von Demokratie, Ungleichheit und politischer Bildung, um sozioökonomische Aspekte politischer Ungleichheit oder auch die Frage gehen, wieviel Ungleichheit eine Demokratie er- und vertragen kann.
- Vorträge und Workshops, die Ungleichheit als Herausforderung für die politische Bildung beschreiben. Dabei kann es um strukturelle Fragen oder auch konkrete Forschungsprojekte, etwa zur Reproduktion von Ungleichheit in der politischen Bildung, in Bildungsmedien (Schulbücher, Unterrichtsmaterialien von Stiftungen, Materialien der außerschulischen Bildungsarbeit), durch Methoden der politischen Bildungsarbeit usw. gehen.
- Vorträge und Workshops, die (aktuelle, aber gerne auch solche aus der Vergangenheit) Konzepte, Ansätze und Methoden darstellen/erfahrbar machen, wie in der schulischen und außerschulischen politischen Bildung mit Ungleichheit (als Gegenstand, als Diskriminierung, als Realität der Lerngruppen) umgegangen werden kann, etwa mit der Beobachtung des Fremd- und Selbstausschlusses von Ungleichheit betroffenen Menschen.
- Vorträge und Workshops, die konkrete bildungspraktische Ansätze aus der schulischen und außerschulischen Bildung präsentieren, die wiederum Ungleichheit thematisieren oder mit ihr umzugehen versuchen.
- Konzepte, Ansätze, Projekte und Methoden aus der Jugendarbeit / der Sozialen Arbeit mit Bezug zur politischen Bildung, die Ungleichheit thematisieren oder mit ihr umzugehen versuchen.
- Beiträge zur Frage, welche Bedeutung (und auf welcher Ebene) das Thema der Tagung für Interessensverbände der politischen Bildung haben könnte und wie diese sich zu der Frage nach Ungleichheit und Politische Bildung positionieren sollten.
- Neben diesen thematischen Beiträgen planen wir ein durchgehendes inhaltliches Schwerpunktpanel, in dem selbstreflexiv und selbstkritisch die Frage nach der Rolle der politischen Bildung – ihrer Theorie, Praxis, Verbandsarbeit usw. – im Kontext autoritärer Gesellschafts- und Demokratieentwicklungen gefragt werden soll.
- Beiträge und Workshops, die methodisch auch etwas Experimentelles wagen, sind ausdrücklich erwünscht. Dazu zählen auch ästhetische und künstlerische Zugänge oder Workshops im öffentlichen Raum.
Bitte senden Sie Ihre Beitragsvorschläge als höchstens einseitiges Abstract mit Angaben zu Titel, Veranstalter:innen, Inhalten, gewünschtes Format und benötigte Zeit bis zum 15.05.2026 an Dana Grebner (kontakt@dvpb.de).
Geplant ist, dass Tagungskosten und Reise- sowie Unterbringungskosten für Vortragende und Workshopleitende von den Veranstalter:innen übernommen und über die DVPB abgerechnet werden. Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Bundesvorstands der DVPB, des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der DVPB und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Aktuelles, Angebote, Herbsttagung
Herbsttagung 2025 „Künstliche Intelligenz und Entgrenzung der sozialen Medien“

6. bis 8. November 2025
Künstliche Intelligenz und Entgrenzung der sozialen Medien – Herausforderungen für Demokratie, Gesellschaft und politische Bildung. Gewinnbringende Einblicke in die vielen Facetten der künstlichen Intelligenz und deren Herausforderungen und Chancen für Demokratie, Gesellschaft und politische Bildung.
Die DVPB-Herbsttagung 2025 fand vom 6. bis 8. November im idyllisch gelegenen Butenschoen-Haus in Landau statt. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem DVPB-Landesverband Rheinland-Pfalz durchgeführt, der damit gleichzeitig die 25. Tage der Politischen Bildung in Rheinland-Pfalz feierte. In den insgesamt sechsundzwanzig angebotenen Vorträgen und Workshops wurde die sehr aktuelle und zukunftsrelevante Thematik sowohl aus der schulischen und außerschulischen politischen Bildung, der Bildungspraxis sowie aus den fachwissenschaftlichen Bezugsdisziplinen beleuchtet. Dieser gelungene Mix trug sicher dazu bei, dass die verfügbaren 90 Plätze schon frühzeitig ausgebucht waren. Die folgenden drei gut gewählten Auftaktvorträge boten eine gute Klammer für die ganze Veranstaltung, da sie fundiert die Auswirkungen und Gefahren von Social Media für Politik, Gesellschaft und Kultur hinsichtlich Steuerung, Desinformation und Manipulation aufzeigten. Prof.in Dr.in Judith Möller (Leibniz-Institut für Medienforschung I Hans-Bredow-Institut) untersuchte in ihrem Eröffnungsvortrag die Frage „(Wie) wirkt Social Media auf Wahlentscheidungen und politische Regierungssysteme?“ Dabei wies sie auf die Möglichkeiten des „kollaborativen Filterns“ durch Algorithmen sowie die Optimierung des „Contents“ auf Social Media hin. Für die Short Video Services (YouTube Shorts, TikTok, Instagram Reels) sei das zentrale Ziel aktuell die Maximierung der Verweildauer auf der eigenen Plattform, während auf Facebook früher die Anzahl an Klicks zentral gewesen sei. Als zentrale Aufgabe beschrieb Möller den Schutz des Mediensystems, das die „Infrastruktur“ für die Gesellschaft und die Basis für die politische Urteilsfähigkeit in der Demokratie darstelle. Prof. Leo van Waveren (RPTU Kaiserslautern) nahm das Tagungsthema aus der Perspektive der Informatik in den Blick und stellte die grundlegende Frage: „Was ist und kann Künstliche Intelligenz?“ Während Künstliche Intelligenz im medialen Diskurs entweder als Weltuntergang oder als Allheilmittel beschrieben werde, sei die „Entmystifizierung“ von Künstlicher Intelligenz wichtig. Schließlich handele es sich, so führte er in Bezug auf die Definition des Europäischen Parlaments aus, bei Künstlicher Intelligenz um die „Fähigkeit einer Maschine, (…) menschliche Fähigkeiten zu imitieren“, ohne dass die KI diese Fähigkeiten selbst erlerne. Prof. Dr. Stephan Winter (RPTU Landau) blickte schließlich aus medienpsycholgischer Perspektive auf die Frage: „Wie wirken Social Media und KI aus psychologischer Sicht auf Individuen und Kollektive?“ Winter hinterfragte die öffentliche Diagnose von Social Media als „Radikalisierungsmaschine“. Mit Bezug auf die eigene Forschung zu kognitiven Verzerrungen gelangte er zum „vorläufigen Fazit“, dass Social Media je nach Zielgruppe spezifisch wirke und die vorschnelle Annahme allgemeiner Zusammenhänge nicht wissenschaftlich untermauert werden könne. Zugleich benannte er demokratisch problematische Auswirkungen wie die Verstärkung vorhandener Tendenzen und Polarisierungen. Es geht um den „Echtheitstest“ (L. van Waveren) bei der Benutzung von KI und dazu bedarf es der Fähigkeit des „Deep Learnings“ und des „Decodierens“ der durch die KI gelieferten Informationen durch Faktenanalysen, um die durch Social Media und KI bedingten psycholgischen Gefahren der kognitiven Verzerrungen und der Emotionalisierungen sowohl als Individuum als auch Kollektiv zu erkenne und zu reflektieren (S.Winter).
In der anschließenden Workshoprunde konnten die Teilnehmenden je nach ihren persönlichen Präferenzen zwischen den folgenden praxisorientierten Angeboten wählen und ihre Kompetenzen im Austausch diskursiv vertiefen: Vortrag: „ ,Okay, kann ich hier was anklicken?‘ – Medienethnographie digitalisierter Fortbildungsangebote“ Jana Ziel & Prof.in Dr.in Andrea Szukala (Uni Augsburg) Vortrag: Offener Code statt Black Box: Algorithmische Macht verstehen – Ein Design Research-Projekt zu TikTok, mit Python und unter KI-gestützter Entwicklung Dr. Christian Mühleis (PH Heidelberg) Vortrag: Künstliche Intelligenz: Revolution der internationalen Politik oder Risiko für globale Konflikte? Dr. Helge Batt (RPTU Landau) Vortrag: „Fachdidaktische Diskurse zu digitalen Medien ls Lerngegenständen in fachdidaktischen Zeitschriften der Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften“ Prof. Dr. Alexander Wohnig & Jun.-Prof.in Dr.in Anna Hoffmann (Uni Siegen) Vortrag: „Welche Aufgaben hat politische Medienbildung im Kontext von LLMs? Gemeinwohl – Ökonomie – Instrumentalisierung“ Kai Löser (Wilhelm-Heinrich- Riehl-Kolleg Düsseldorf) Der erste intensive und sehr diskursive Tagungstag endete mit einem feierlichen und gemütlichen Beisammensein anlässlich des Silberjubiläums der Tage der Politischen Bildung, zu dem erfreulicherweise der rheinland-pfälzische Bildungsminister Herr Sven Teuber als Gast von Herrn Sauer begrüßt werden konnte. Teil des Abendprogramms war auch ein Kabarettbeitrag von Jens Neutag aus Berlin. In seinem Grußwort würdigte er die Arbeit insbesondere des Landesverbandes der DVPB zur Demokratiebildung und sagte seine weitere Unterstützung der schulischen und außerschulischen Politische Bildung zu.
Der zweite Tag startete mit dem Vortrag von Prof. Dr. Thorsten Thiel (Uni Erfurt) zum Thema „Digitalisierung – Eher problematisch oder eher unterstützend für die Demokratie?“ Prof. Thiel problematisierte zunächst die Fragestellung selbst, schließlich führe die Pro-Contra-Polarität leicht zu einem falschen Gleichgewicht und zur Suggestion einer individuell lösbaren Problemstellung. Stattdessen seien „konkrete Kontexte demokratischer Veränderung“ zu fokussieren, wobei das jeweilige Demokratieverständnis differenziert und expliziert werden müsse. Dabei differenzierte er zwischen realen Gefahren durch Desinformation oder personalisierte Assistenzsysteme, wie die Schwächung einer pluralistischen Informationslandschaft und überschätzten Gefahren wie „Filterblasen 2.0“ durch KI und Social Media, deren Existenz sozialwissenschaftlich islang nicht ausreichend belegt werden konnte. Abschließend nahm Prof. Thiel die Evolution des Politikfelds „Digitalpolitik“ in den Blick und die zunehmend stärker gewordene Bedeutung des Staates im Zuge „digitaler Souveränität“. Er stellte zum einen die vielfachen Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Medien zur Informationsbeschaffung heraus und zum anderen die Gefahren hinsichtlich Fakes. Die folgenden beiden Workshoprunden thematisierten vom Tagungsthema ausgehende mediendidaktische fachwissenschaftliche, fachdidaktische und unterrichtspraktische Fragestellungen und boten dazu verschiedene von den Workshop-Leitungen erprobte gelungene Lösungsansätze für den Fortbildungsbereich der Politiklehrkräfte und der Unterrichtspraxis an. Besonders zum Nachdenken regte Dr.in Alina Gales (TU München) in ihrem Vortrag „Fördern KI und Social Media Diskriminierungsprozesse in unserer Gesellschaft?“ an, da sie hinsichtlich der digitalen ouveränität deutlich die auf die Probleme der Wahrheitsfindung durch Bias und kulturpezifische Ausrichtungen der trainierten KI durch Diskriminierungen/ potenzielle Desinformationen und Deepfakes verwies. Sie sprach vom Problem eines „neuen Kolonialismus“ im Kontext des Datenkapitalismus. Deshalb forderte sie Mitbestimmungsrechte und digitale Reglementierungen, um Machtstrukturen und Exklusionsmechanismen entgegenzuwirken, damit KI-gestützte Anwendungen und soziale Netzwerke nicht zu bestehenden oder neuen Ungleichheiten beitragen. Der zweite Tag endete mit einem Stadt-Spaziergang entlang der Orte der Landauer Demokratiegeschichte, angeboten von Thomas Handrich.
Am Samstag bereicherten weitere praxiserprobte Angebote zum kritischen Umgang mit Verschwörungstheorien, KI und Desinformation wie die Vorstellung des Makerspaces als innovatives Lernarrangement zur Stärkung digitaler Kompetenzen die Tagung für die Teilnehmenden. Ergebnisse/Learnings der Tagung Da Digitalpolitik immer Demokratiepolitik (Prof. Thiel) ist, bestand bei den Teilnehmenden große Einigkeit hinsichtlich der Notwendigkeiten von staatlichen und internationalen Regulierungsmechanismen zur Wahrung der Individual- und Kollektivrechte und zur Verhinderung von Manipulationen und Diskriminierungen. Aufgabe der Politischen Bildung in diesem Transformationsprozess ist es durch vielfältige Zugänge und Methoden einen kritisch-reflektierten Umgang mit Social Media und KI als Gegenstand und Methode zu ermöglichen, um so die Demokratiebildung zu fördern. Denn die Erhaltung der digitalen Souveränität erfordert kritisches Bewusstsein und Urteils- bzw. Handlungsfähigkeit. Dazu wurden in den verschiedenen praxisorientierten Workshops zahlreiche erprobte innovative Beispiele wie der Makerspaces für die schulische und außerschulische politische Bildung oder eines Serios Games wie „Mission Ganymed“ geliefert, sodass alle Teilnehmenden sehr zufrieden mit vielen neuen Ideen und Erkenntnissen im Gepäck den Heimweg antreten konnten.

Wir bedanken uns herzlich bei dem Landesverband Rheinland-Pfalz und insbesondere bei dem DVPB-Landesvorsitzenden Herrn StD Michael Sauer für die Organisation und Moderation der Tagung. Er sorgte dafür, dass alle Vortragende als Wertschätzung eine Flasche Pfälzer Wein zur Erinnerung an die Tagung in der Pfälzer Region zu Hause genießen konnte. Unser weiterer Dank gilt: Frau Dr. Anja Diesel und dem ganze Team vom Butenschoenhaus sowie dem Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz) (EFWI) für die Gastfreundschaft, die Organisation vor Ort und die kulinarische Versorgung, die allen in positiver Erinnerung bleiben wird. Der Bundeszentrale für die finanzielle Förderung und insbesondere Herrn Dr. Peter Zorn. Dem DVPB- Vorsitzenden Prof. Dr. Alexander Wohnig und den weiteren Mitgliedern des DVPB Vorbereitungs- und Durchführungsteam wie Prof.in Dr.in Andrea Szukala, Joshua Hausen und Dana Grebner.
Da sich die kooperative Ausrichtung der 2–3-tägigen DVPB-Herbsttagungen mit jeweils einem Landesverband wieder als sehr erfolgreich erwiesen hat, wird die nächste Herbsttagung zum Thema: Soziale Ungleichheit(en) in der Demokratie und der politischen Bildung 2026 in Kooperation mit dem Landesverband NRW vom 19. bis 21.November 2026 an der Universität Siegen – Seminarzentrum Campus Unteres Schloss stattfinden.
Tagungsbericht: Christel Schrieverhoff und Andreas Schlattmann, DVPB NW
Angebote, Herbsttagung
Herbsttagung 2020 „Standortbestimmung Politische Bildung“

13.-14. November 2020 (online)
Die DVPB-Herbsttagung 2020 stellte in mehrfacher Hinsicht ein Novum dar. Zunächst einmal war es die erste Herbsttagung, die nicht mehr zentral vom Bundesvorstand in Berlin geplant und durchgeführt wurde. Stattdessen wird die Herbsttagung zukünftig jedes Jahr von einem anderen Landesverband vor Ort ausgetragen. So haben die Landesverbände der Reihe nach die Möglichkeit, sich den Mitgliedern und den anderen Landesverbänden zu präsentieren und zugleich lokal den Landesverband und die DVPB insgesamt mittels einer größeren Veranstaltung sichtbar zu machen. Den Anfang machte der Landesverband Niedersachsen, der mit dem Niedersächsischen Studieninstitut (NSI) in Hannover einen starken Partner für die Austragung vor Ort gefunden hatte. Doch leider konnte die Tagung nicht im geplanten Rahmen stattfinden. Denn – und das war das zweite (hoffentlich einmalige) Novum – die Tagung war von der aktuellen Coronakrise so stark betroffen, dass sie im Grunde dreimal geplant werden musste: Zunächst als ganz normale vor-Ort-Tagung, dann in einem hybriden Format und schließlich dann doch noch als volle Digitaltagung. Dies änderte jedoch nichts am Erfolg der Veranstaltung.
Insgesamt nahmen über einhundert Personen an der Tagung Teil, die zunächst vom Bundesvorsitzenden Tonio Oeftering, dem Landesvorsitzenden Steve Kenner und Michael Koop, dem Präsidenten des NSI, eröffnet wurde. Hieran schlossen sich zwei Grußworte an, eines vom Niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne und eines von MdB Karamba Diaby, der sich u.a. als Kuratoriumsmitglied der Bundeszentrale für politische Bildung ebenso wie Grant Hendrik Tonne als Landesminister sehr offen für die Belange der politischen Bildung zeigte. Den Rest des Tages konnten sich die Teilnehmenden in einem selbst gewählten Panel Vorträge folgende Thematiken beschäftigen: „Herausforderungen und Krise“, „Neutralität und Normativität“, „Klima, Umwelt und Protest“. Im ersten Panel – Herausforderungen und Krise – hielt zunächst Sophie Schmitt (Universität Gießen) einen grundlegenden Beitrag („Politische Bildung in Krisenzeiten“), bevor in drei weiteren Vorträgen Vertiefungen hierzu erfolgten, etwa mit dem Titel „Inclusive Citizenship Education aus rassismuskritischer Perspektive“ (Lara Möller, Universität Wien und Arne Schrader, Universität Hannover) oder auch „Affekte als vernachlässigte Kategorie der politischen Bildung gegen Antisemitismus“ (Marc Grimm, Universität Bielefeld). Auch das zweite Panel – Neutralität und Normativität – wurde mit einem grundlegenden Beitrag eröffnet. Sibylle Reinhardt (Universität Halle) leitete in die in den letzten Jahren wieder verstärkt virulent gewordene Diskussion über „Politische Bildung und das vermeintliche Neutralitätsgebot“ ein, die folgenden Vorträge vertieften diesen Themenbereich (etwa der Vortrag „Parteilichkeit statt Neutralität“ von Peter Hofmann und Alexander Wohnig (Universität Siegen)). Auch im dritten Panel gab es zunächst grundlegende Beiträge, etwa „Politische Bildung im Anthropozän. Klimawandel als Herausforderung für politische Bildung“, Werner Friedrichs (Universität Bamberg) sowie vertiefende Vorträge, etwa zur „Mensch- Tier-Beziehung in der politischen Bildung“ von Ingo Juchler (Universität Potsdam). Außerdem kamen mit dem Vortrag „Klimaprotest und Politische Bildung“ mit Zara Altensinger und Michael Nagel zwei aktive Mitglieder von Fridays für Future Hannover zu Wort. Im Anschluss an die Vorträge fand in jedem der Panels zunächst ein „Kleines Podium“ statt, in dem die zentralen Ergebnisse der Vorträge und Diskussionen der jeweiligen Panels von drei Moderierenden (Reinhold Hedtke, Gudrun Heinrich und Christel Schrieverhoff, alle drei Mitglieder im Bundesvorstand) zusammengetragen wurden. Im anschließenden großen Abschlusspodium (online-Fishbowl) wurden die Positionen gesammelt und zu einer ersten „Standortbestimmung“ zusammengeführt, die am nächsten Tag – basierend auf dem „Ranking politische Bildung“ von R. Hedtke als Grundlage für die weitere Arbeit diente.
Die Rückmeldungen zur Tagung legen nahe, dass es den Veranstaltern allen Widrigkeiten zum Trotz gelungen war, eine ansprechende und intensive Tagung durchzuführen.
Tagungsband
Zur Herbsttagung 2021 ist ein Sammelband in der DVPB-Reihe im Wochenschau Verlag erschienen.
Wo steht die Politische Bildung? Der Band nimmt eine Standortbestimmung politischer Bildung unter Berücksichtigung gesellschaftspolitischer Herausforderungen wie Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, dem Klimawandel sowie didaktischer Herausforderungen wie der Frage nach der Normativität sowie dem vermeintlichen Neutralitätsgebot politischer Bildung vor.
Standortbestimmung Politische Bildung.Gesellschaftspolitische Herausforderungen, Zivilgesellschaft und das vermeintliche Neutralitätsgebot herausgegeben von Steve Kenner und Tonio Oeftering
Online unter: https://www.wochenschau-verlag.de/Standortbestimmung-Politische-Bildung/41352-Print-41353-PDF

Angebote, Herbsttagung
Herbsttagung 2021 „Angegriffen und erschöpft!? Demokratie(n) und politische Bildung“

25. bis 27. November 2021 in Jena
Noch vor wenigen Jahren konnte man in der Politischen Bildung zuweilen den Eindruck gewinnen, man habe es angesichts des vermeintlichen globalen Siegeszugs der Demokratie westlich-liberaler Prägung mit einem „allmählich überraschungsfrei wirkenden Gegenstand“ (Jens Hacke) zu tun. Doch das Bild hat sich gewandelt, die liberalen Demokratien sind unter Druck geraten. Von außen werden sie angegriffen, nicht nur von fundamentalistischen Strömungen, sondern auch von Staaten und Akt-euren wie etwa Russland oder China, die sich offen als Alternative zum Modell der liberalen Demokratie darstellen und ihren damit verbundenen Macht- und Gestal-tungsanspruch auch geopolitisch durchzusetzen versuchen. Gleichzeitig müssen sich die liberalen Demokratien gegen Angriffe erwehren, die aus dem Innern heraus gegen sie gerichtet werden. Das Erstarken populistischer und zuweilen extremistischer Kräfte, die zunehmend auch über eine parlamentarische Repräsentation verfügen, wirft zunächst einmal die Frage auf, was diese autoritären Bewegungen so attraktiv für Bürger*innen macht? Für die Politische Bildung ist dies ein brisanter Sachverhalt, wirft er doch auch die Frage auf, welche Wirkung politischer Bildung zugeschrieben werden kann – hat sie versagt? Was sind ihre Antworten und inwiefern wird Politische Bildung selbst zunehmend zum Feld politischer Angriffe und Auseinandersetzungen? Auf der systemischen Ebene stellt sich die Frage, wie gefestigt die Demokratien im Innern sind, ob sie als „streitbare“ oder auch „wehrhafte“ Demokratien in der Lage sein werden, sich gegen diese Angriffe zu Wehr zu setzen, oder ob sie aufgrund einer inneren Erschöpfung und eines Mangels an Widerstandskraft ernsthaft in Gefahr zu geraten drohen. Zugleich stellt sich die Frage nach der Entscheidungs- und Leistungsfähigkeit demokratischer Gemeinwesen angesichts globaler Herausforderungen wie Pandemien, Klimawandel, Digitalisierung usw. Zur Debatte steht, inwieweit meist mehr oder weniger lokal verankerte demokratische Entscheidungs- und Steuerungsprozesse in der Lage sind, diesen Herausforderungen zu begegnen.
Tagungsband
Zur Herbsttagung 2021 ist ein Sammelband in der DVPB-Reihe im Wochenschau Verlag erschienen.
Welche Anforderungen, Aufforderungen und Gültigkeit bringt die Diagnose der „angegriffenen Demokratie(n)“ für die Politische Bildung mit sich? Diese Frage bearbeitet der Band anhand von normativen, empirischen und konzeptionellen Beiträgen.
Angegriffene Demokratie(n) Perspektiven der Politischen Bildung, herausgegeben von Ilka Maria Hameister, Nikolaj Schulte-Wörmann, Tonio Oeftering
Online unter: https://www.wochenschau-verlag.de/Angegriffene-Demokratie-n/41555

Angebote, Herbsttagung
Herbsttagung 2022 „Politische Bildung und die Herausforderung‚digitaler Souveränität‘ im 21. Jahrhundert“

17. bis 18. November 2022 (online)
Etwa 150 Teilnehmer*innen schalteten sich am 17. und 18.11. zum Zuhören, Beitragen und Diskutieren im vom Landesverband Baden-Württemberg ein- gerichteten digitalen Raum zu. Den Tagungsauftakt lieferte Rahel Süß, die sich ideengeschichtlich mit „Souveränität“ auseinandersetzte und eine radikal- demokratische Perspektive auf digitale Souveränität entwickelte, die vor allem deren enge Verknüpfung mit gesamtgesellschaftlicher Demokratisierung her- vorhob. Die von ihr aufgeworfene Debatte um Begriffe sollte während der gesamten Tagung produktiv fort- geführt werden, wobei erfreulicherweise auch stets Brücken zur Praxis politischer Bildung in und außer- halb der Schule geschlagen wurden. Dabei wurde diskutiert, ob und wie politische Bildung zur digitalen Souveränität beitragen kann und welchen Einfluss Digitalisierungsprozesse oder Digitalität auf (politische) Bildung ausüben. Impulse für diese Diskussion wurden nicht nur von Vertreter*innen der universitären Politikdidaktik, sondern auch von Beitragenden aus Nachbardisziplinen und der Zivilgesellschaft geliefert. Florian Weber-Stein, der den Souveränitätsbegriff nicht wie Rahel Süß auf Rousseau, sondern auf Hobbes zurückführte, konnte in der zweiten Keynote ebenfalls zu diesen Diskussionen beitragen, indem er nach dem Eröffnen einer durchaus kritischen Perspektive auf das Konzept digitale Souveränität den Teilnehmer*innen einen umfassenden Überblick über die Fachdiskussion zu Ansätzen politischer Bildung in der „digitalen Konstellation“ gab, die sich wohl – so auch der Konsens in weiteren Panels – durchaus noch vertiefen und weiterentwickeln lässt.
Am 19.11.2022 fand im Anschluss an die Herbsttagung die diesjährige Sitzung des Erweiterten Bundesvorstandes statt. Dieser besteht aus dem Bundesvorstand sowie jeweils einer:m Vertreter:in aus den Landesverbänden, kommt einmal jährlich zusammen und ist das zentrale Austausch- und Vernetzungsforum für die länderübergreifende Verbandsarbeit in der DVPB.
Tagungsband: Digitale Souveränität und politische Bildung
Zur Herbsttagung 2022 ist ein Sammelband in der DVPB-Reihe im Wochenschau Verlag erschienen.
Die Frage nach „digitaler Souveränität“ gehört zu den zentralen Herausforderungen politischer Bildung im 21. Jahrhundert. Im Anschluss an die Herbsttagung der Deutschen Vereinigung für politische Bildung 2022 stellt der Band theoretische Klärungen, (bildungs)politische Aufgaben und Beispiele bildungspraktischer Umsetzungen dar und zeigt damit Möglichkeiten für politische Bildung in der Digitalität.
Digitale Souveränität und politische Bildung, herausgegeben von Matthias Heil, Martin Lindeboom, Viktoria Rieber, Kim Luisa Werner, Alexander Wohnig
Online unter: https://www.wochenschau-verlag.de/Digitale-Souveraenitaet-und-politische-Bildung/41649

Angebote, Herbsttagung
DVPB Herbsttagung 2024

Dass an die Politische Bildung immer wieder Erwartungen gestellt wurden, als Feuerwehr gegen radikale und extremistische politische Entwicklungen vorzugehen, hat ihr fachliches Selbstverständnis zunächst maßgeblich mit geprägt. So stand etwa die Gründung der Bundeszentrale für politische Bildung 1952 unter dem Vorzeichen eines „erzieherischen Verfassungsschutzes“. Und auch die flächendeckende Einführung des politischen Unterrichts in Gymnasien mit der Saarbrücker Rahmenvereinbarung (1960) ist maßgeblich durch Hakenkreuzschmierereien Ende der 1950er-Jahre angestoßen worden. Seither hat sich die politische Bildung in vielen kontroversen Debatten und diskursiv entwickelten Leitbildern, mit eigenen Lehrstühlen und einer reichen Publikationslandschaft zunehmend professionalisiert.
In den vergangenen Jahren sind die Begrifflichkeiten der 1950er-Jahre aber wieder in die politischen zurückgekehrt. Dazu gehören Ideen fur ein (wehrhaftes) Demokratiefördergesetz auf Bundes- und Landesebene wie auch die Forderung an die Politische Bildung, sich zu der in den 1950er-Jahren im Zuge von zwei Parteiverbotsverfahren vom Bundesverfassungsgericht definierten „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ zu bekennen und dieses Bekenntnis auch schriftlich gegenüber Fördergebern zu bestätigen.
Als größter Dachverband der Politischen Bildung in Deutschland sieht sich die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) verpflichtet, diese Entwicklungen kritisch zu begleiten und den Diskurs dazu anzuregen.

Das Programm der Herbsttagung
Donnerstag, 21. November
16.00 Uhr
Begrüßung und Eröffnung
Die verrechtlichte Profession – Politische Bildung zwischen Verfassungsauftrag und Pädagogik?
Michael May im Gespräch mit Martina Tschirner
Demokratiebildung und Lehrerprofessionalität: Haltung als Leitidee und Herausforderung
Susann Gessner
Philipp Klingler
Maria Schneider
18.30 Uhr
Abendessen im Anschluss Informelles Beisammensein
Freitag, 22. November 2024
Ab 7.30 Uhr
Frühstück
9.00 Uhr
Forschungsprojekt PRÄViS: Passung außerschulischer Angebote der Radikalisierungsprävention mit den Bedarfen der Unterstützung in Schulen
Gudrun Heinrich
Alexandra Gericke
Nils Zenker
10.00 Uhr
Gefährdete Demokratie?
moderiert durch Andrea Szukala
Demokratie ohne arbeitenden demos? Kritische Demokratiebildung gegen autoritäre Versuchungen
Sascha Regier
Von der Reaktion zur Kuration: Politische Bildung unter polarisierten Ungewissheitsbedingungen
Christian Mühleis
Entdemokratisierung im Namen der Demokratie. Postliberaler Rassismus und Versicherheitlichung politischer Bildung
Malte Kleinschmidt
12.30 Uhr
Mittagessen und Pause
13.30 Uhr
Wehrhafte Demokratie
Wehrhafte Demokratie!? In der Schule Grenzen staatlicher Toleranz im liberalen Rechtsstaat kontrovers diskutieren
Georg Lauss
Parallele Projektvorstellung: Demokratisch in der Postdemokratie – gesellschaftliche Teilhabe voneinander lernen
Tabea Müller
Anna Fuchs
Sophia Schmidt
14.30 Uhr
Der 7. Oktober 2024 und die Folgen
moderiert durch Gudrun Heinrich
Der Krieg in Gaza. Herausforderung für das Klassenzimmer zwischen Kritik und Antisemitismus
Philipp Mittnik
Der 7.10. und dessen Folgen – Deutungen von Schüler*innen im Unterricht ersetzen, verändern, ergänzen?
Konstantin Rosenberger
16.00 Uhr
Kaffeepause mit Kuchen
16.30 Uhr
Kulturelle Bildung als politische Bildung
moderiert durch Benedikt Widmaier
Musik für die innere Sicherheit? Demokratiebildung in der außerschulischen Musikpädagogik
Dominik Feldmann
Kulturelle Bildung in Zeiten autoritärer Versuchungen. Versäumnisse und Notwendigkeiten eines erweiterten Kritikbegriffs für die kulturelle Bildung
Nils Zimmer
18.00 Uhr
Abendessen im Anschluss Abendprogramm / informelles Beisammensein
Samstag, 23. November 2024
Ab 7.30 Uhr
Frühstück
9.00 Uhr
Politik der politischen Bildung
moderiert durch Alexander Wohnig
Vom Kummerkasten zum Werkzeugkoffer: Über die Rolle von Verbänden für die Stärkung von Lehrkräften (vor Landtagswahlen)
Ilka Maria Hameister
Politisierung eines Großvorhabens der politischen Bildung: Das Demokratiefördergesetz in der medialen Darstellung (2016-2024)
Brian Miehle
Andrea Szukala
Auf zu neuen Ufern oder gemeinsam gegen den Strom schwimmen? Mobile Beratung und Politische Bildung in Zeiten autoritärer Zuspitzungen
Sarah Fey
Heiko Klare
11.30 Uhr
Resümée und Abschluss
12.00 Uhr
Mittagessen
Anschließend für delegierte Mitglieder der DVPB:
13.00 Uhr
Delegiertenversammlung der DVPB
16.00 Uhr
Verabschiedung, Ende der Veranstaltung
Angebote, Herbsttagung
Call for Papers zur Herbsttagung 2024 der DVPB „Politische Bildung in Zeiten autoritärer Versuchungen: Feuerwehr – Polizeipatrouille – Deradikalisierung?“

Die Herbsttagung der DVPB wird alle zwei Jahre von einem Landesverband der DVPB und dem Bundesverband durchgeführt. In diesem Jahr wird sie in Hessen in der Evangelischen Akademie Hofgeismar in der Nähe von Kassel stattfinden. Wir freuen uns, dass die Bundeszentrale für politische Bildung als Partner und Unterstützer der Herbsttagungen in diesem und in den nächsten Jahren mit der DVPB kooperiert.
Dass an die Politische Bildung immer wieder Erwartungen gestellt wurden, als Feuerwehr gegen radikale und extremistische politische Entwicklungen vorzugehen, hat ihr fachliches Selbstverständnis seit Gründung der Bundesrepublik maßgeblich mit geprägt. So steht etwa die Gründung der Bundeszentrale für politische Bildung 1952 nach dem Wunsch der damaligen Bundesregierung unter dem Vorzeichen eines „erzieherischen Verfassungsschutzes“. Und auch die flächendeckende Einführung des politischen Unterrichts in Gymnasien mit der Saarbrücker Rahmenvereinbarung (1960) ist maßgeblich durch Hakenkreuzschmierereien Ende der 1950er-Jahre angestoßen worden. Seither hat sich das Feld der politischen Bildung professionalisiert und von politischer Einflussnahme weitgehend emanzipiert.
In den vergangenen Jahren sind die Begrifflichkeiten der 1950er-Jahre aber wieder in die politischen Debatten zurückgekehrt. Dazu gehören Ideen für ein (wehrhaftes) Demokratiefördergesetz auf Bundes- und Landesebene wie auch die Forderung an die Politische Bildung, sich zu der in den 1950er-Jahren im Zuge von zwei Parteiverbotsverfahren vom Bundesverfassungsgericht definierten „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ zu bekennen und dieses Bekenntnis auch schriftlich gegenüber Fördergebern zu bestätigen.
Als größter Dachverband der Politischen Bildung in Deutschland sieht sich die DVPB verpflichtet, diese Entwicklungen kritisch zu begleiten und den Diskurs dazu anzuregen. Wir freuen uns deshalb, wenn sich daran viele Kolleg:innen aus der formalen und non-formalen Politischen Bildung und den Hochschulen beteiligen und dafür Ideen einbringen.
Dabei wünschen wir und Beiträge zu folgenden Perspektiven:
- gesellschafts- und demokratietheoretische Auseinandersetzungen mit sozialen und
politischen Entwicklungen im Kontext autoritären Versuchungen, - bildungstheoretische Beiträge zu Aufgaben, Zielen, Inhalten und Methoden politischer
Bildung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen im Kontext autoritärer
Versuchungen, - bildungspraktische Beiträge aus dem Feld der schulischen und außerschulischen politischen
Bildung wie etwa Darstellung von Konzepten, Methoden, Programmen oder Fällen mit
Bezug zum Tagungsthema.
Wenn Sie sich in diesem Sinne bei der Herbsttagung reflexiv einmischen wollen, beschreiben Sie Ihr Konzept inhaltlich und methodisch auf max. einer DIN A4-Seite und senden es bis zum 15.06.2024 an den Landesvorsitzenden der DVPB/Hessen (benedikt.widmaier@test7.antigraphics.de/).
Angebote, Herbsttagung
Bildung, DVPB, Herbsttagung, Politische Bildung
Call for Papers anlässlich der Herbsttagung der DVPB 2022

vom 17.–19. November 2022 im digitalen Raum des Landesverbands Baden-Württemberg

Userinnen? Creatorinnen? Bürger*innen?
Politische Bildung und die Herausforderung »digitaler Souveränität« im 21. Jahrhundert
Liebe Kolleg*innen, liebe Kommiliton*innen,
in Reaktion auf ein Naturereignis zu Distanzformaten gezwungen, muss die fachdidaktische Reflexion nun nachholen, was ihr gesellschaftliche wie technische Entwicklungen seit Jahren weitgehend unbeachtet aufgetragen haben.
Im Zuge der Corona-Pandemie wurde eine weitestgehend überraschte Profession vor Herausforderungen gestellt, die nicht länger als Zwischenspiel eines Ausnahmezustandes abgetan werden können, sondern vielfach längst zur »Normalität« gehören – eine Normalität, die auch bereits vor der Pandemie von sozialer Ungleichheit, weitreichenden Gewalt- verhältnissen und der existenziellen Bedrohung menschlichen Lebens auf dem Planeten geprägt war. In diesem Kontext bedarf es einer grundsätzlichen Reflexion der Möglichkeits- bedingungen »digitaler Souveränität« – die sich eben nicht getrennt von »analoger« Mündigkeit betrachten lässt.
Insbesondere wenn wir »digitale Souveränität« als die „Summe aller Fähigkeiten und Möglichkeiten von Individuen und Institutionen, ihre Rolle(n) in der digitalen Welt selbst- ständig, selbstbestimmt und sicher ausüben zu können“ (Kompetenzzentrum öffentliche IT 2017) verstehen, ist der Zusammenhang zwischen Bildung und Digitalisierung – verstanden nicht nur als Einsatz digitaler Werkzeuge, sondern auch als gesellschaftlicher Wandel – für politische Bildner*innen in einer digitalisierten Welt bedeutsam.
In diesen Diskursen scheint die Politische Bildung aber weitestgehend abgehängt und wird sowohl von anderen Disziplinen (etwa der Medienpädagogik) als auch von privaten Unter- nehmen, die den Bildungssektor zunehmend als Markt entdecken, verdrängt.
Die Herbsttagung nimmt diese Konfliktlinien zum Anlass und soll nicht nur ein Nachdenken über »digitale Souveränität« im Feld der Politischen Bildung anstoßen, sondern auch zur Vernetzung mit einschlägigen, aber bisher nicht in den Blick genommenen zivil- gesellschaftlichen Akteur*innen beitragen.
Der Phänomenbereich »Digitalität« soll bei der Herbsttagung der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung vom 17.–19. November 2022 nicht nur als Inhalt, sondern auch als Methode begriffen werden.
Deshalb bitten wir um Vorschläge für Beiträge in frei wählbarer, möglichst interaktiver und dialogischer Form aus der Bildungspraxis, den Fachwissenschaften aller Bezugsdisziplinen und der Fachdidaktik der Politischen Bildung (aller schul- und außerschulischer Praxis- formen), beispielsweise zu folgenden Themenfeldern:
- Welche Begriffsverständnisse von »digitaler Souveränität« und gesellschafts- theoretischen Analysen können für die fachdidaktische Reflexion fruchtbar gemacht werden?
- Welche Einwände, Kritiken oder Klärungsversuche im Diskurs um »digitale Souveränität« lassen sich für die Politische Bildung formulieren?
- Wie kann Politische Bildung die demokratische Teilhabe in einer digitalisierten Welt unterstützen und die Mitbestimmung über die Ausgestaltung dieser Welt ermöglichen?
- Wie kann sich Politische Bildung im Bildungsbereich angesichts einer politisch einflussreichen Marktlogik positionieren, ohne selbst den Anschluss an Digitalisierungsprozesse zu verlieren? Wie lässt sich die digitale Infrastruktur als wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge denken?
- Welche Bedeutung haben die im Diskurs um »digitale Souveränität« vorgeschlagenen Konzepte wie FOSS (Free & Open Source Software) für die Politische Bildung?
Die Tagung findet in Kooperation mit der Heidelberg School of Education (Universität und Pädagogische Hochschule Heidelberg) statt.
Bitte senden Sie Ihre Abstracts im Umfang von max. 2.500 Zeichen (inklusive Leerzeichen; exklusive Literaturangaben) bis zum 15.07.2022 als PDF an
Ständig aktualisierte Informationen finden Sie auf der Webseite zur Herbsttagung unter
https://herbsttagung.dvpb-bw.de
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.
| Jun.-Prof. Dr. Alexander Wohnig | Dr. Martin Lindeboom |
| Bundesvorsitzender der DVPB | Landesvorsitzender der DVPB Ba.-Wü. |
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Call for Paper für die Herbsttagung 2021

Hier finden Sie alle Unterlagen für den Call for Paper:
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Herbsttagung 2020 Online

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen hat die DVPB entschieden, die Herbsttagung vollständig online zu halten. Gleichzeitig wurde das Programm verändert und die Teilnehmerbeiträge werden nicht erhoben.
Außerdem wurde der Anmeldezeitraum verlängert. Alles Weitere finden Sie, wenn sie auf Herbsttagung 2020 klicken.
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Herbsttagung der DVPB vom 12.–14. November 2020

Hier finden Sie die Einladung zum Download.
Hier finden Sie das Programm zum Download.