Politische Bildung hat in einer demokratischen Gesellschaft eine wichtige Funktion. Sie begleitet Menschen dabei, bestehende Verhältnisse und damit verbundene Konflikte zu analysieren, zu reflektieren, zu beurteilen und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse handelnd zu gestalten – in Schulen oder in der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Dieser komplexe Bildungsauftrag wird immer wieder neu herausgefordert. Was aber wissen wir empirisch über die Bedeutung politischer Bildung? Welche Rolle nimmt politische Bildung im Kontext gegenwärtiger Transformationsprozesse ein? Wie verhält sich politische Bildung zum Erstarken autoritären Denkens? Welches Selbstverständnis braucht es in Zeiten einer Demokratie im Wandel? Und nicht zuletzt: Welche Bedeutung hat verbandspolitische Arbeit für die Stärkung und Weiterentwicklung politischer Bildung? Über diese Fragen soll nach einem Impuls in zwei offenen Podien diskutiert, verhandelt und gestritten werden. Anlass ist der 60. Geburtstag der Deutschen Vereinigung für politische Bildung / DVPB als überparteilicher und unabhängiger Dachverband der schulischen und außerschulischen politischen Bildung.

POLIS Ausgabe anlässlich des 60 jährigen Jubiläums

Vor 60 Jahren wurde die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung (DVPB e.V.), die größte Interessensvertretung für politische Bildner*innen in Deutschland, gegründet. Dies nahm der Bundesvorstand zum Anlass, zur Abendveranstaltung „Politische Bildung zwischen Konvention und Transformation“ zu laden, welche in diesem Heft dokumentiert wird. Themen sind die Rolle der politischen Bildung in einer demokratischen Gesellschaft in Zeiten gesellschaftlicher Transformation und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für Politiklehrer*innen. Darüber hinaus gibt es einen Rückblick auf die verbandspolitische Arbeit der DVPB.
- Alexander Wohnig: „Zur Rolle politischer Bildung in einer demokratischen Gesellschaft in Zeiten gesellschaftlicher Transformation“
- Martina Tschirner: „60 Jahre DVPB – 60 Jahre verbandspolitisches Engagement für die politische Bildung – ein Blick zurück und nach vorne!“
- Gudrun Heinrich im Gespräch mit Karim Fereidooni, Susann Gessner, Steve Kenner und Monika Oberle „Politische Bildung – Bildungsauftrag in einer Demokratie im Wandel“
- Gabi Elverich und Friedemann Gürtler: „Politiklehrer*in sein heute – herausfordernd wie nie?!“
Programm
17:00 Uhr Eröffnung der Fachtagung durch Prof. Dr. Alexander Wohnig, Bundesvorsitzender DVPB
17:15 Uhr Grußwort durch die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Simone Oldenburg
17:45 Uhr Keynote von Prof. Dr. Alexander Wohnig, Bundesvorsitzender DVPB
„Zur Rolle politischer Bildung in einer demokratischen Gesellschaft in Zeiten gesellschaftlicher Transformation“
18:30 – 19:00 Uhr Einladung zum Empfang mit Snacks und Getränken anlässlich des 60-Jährigen Jubiläums
der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB)
19:00 – 19:45 Uhr „Politische Bildung – Bildungsauftrag in einer Demokratie im Wandel”
Politische Bildung nimmt eine wichtige Funktion in einer demokratischen Gesellschaft ein. Staatlich verankert (bspw. in der Schule, in Behörden wie der Bundeszentrale und den Landeszentralen für Politische Bildung), aber auch in der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung begleitet politische Bildung Menschen dabei, bestehende Verhältnisse und damit verbundene Konflikte zu analysieren, zu reflektieren, zu beurteilen und auch handelnd gesellschaftliche Entwicklungsprozesse zu begleiten.
Dieser ohnehin komplexe Bildungsauftrag wird immer wieder neu herausgefordert. Was wissen wir empirisch zur Bedeutung politischer Bildung (Monitoring)? Welche Rolle nimmt politische Bildung im Kontext gegenwärtiger Transformationsprozesse ein? Wie verhält sich politische Bildung zum Erstarken autoritären Denkens? Welches Selbstverständnis braucht es in Zeiten einer Demokratie im Wandel? Darüber diskutierten u.a.:
- Prof. Dr. Karim Fereidooni, Ruhr-Universität Bochum
- Prof. Dr. Susann Gessner, Philipps-Universität Marburg
- JProf. Dr. Steve Kenner, Pädagogische Hochschule Weingarten
- Prof. Dr. Monika Oberle, Goethe-Universität Frankfurt
Freier Stuhl im Sinne der Fishbowl Methode
Moderation: Dr. Gudrun Heinrich, POLIS Redaktiom
20:00 – 20:45 Uhr „(verbandpolitisches) Engagement für die politische Bildung – ein Blick zurück und nach vorne!”
Keller (GEW), Arne Busse (bpb) (v.l.n.r.)
In der zweiten Diskussionsrunde sind wir der Frage nachgegangen, welche Bedeutung verbandspolitische Arbeit für die Stärkung und Weiterentwicklung politischer Bildung hat. Wir wollen sprechen über die aktuellen bildungspolitischen und förderpolitischen Entwicklungen und darüber, wie sich Engagierte im Feld der politischen Bildung stärken, vernetzen und wie sie zusammen wirken können.
Diskutiert haben wir u.a. mit folgenden Gästen:
- Prof. Dr. Andrea Szukala, stellv. Bundesvorsitzende der DVPB
- Andrea Rühmann, Vorsitzende des bap e.V.
- Arne Busse, Präsident der bpb
- Andreas Keller, Vorstand der GEW
Freier Stuhl im Sinne der Fishbowl Methode
Moderation: Dr. Martina Tschirner, POLIS Redaktion
20:45 – 21:00 Uhr Abschluss und anschließender offener Austausch
Die Teilnahme an der gesamten Veranstaltung war aufgrund einer Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung und einer Einladung zum Empfang durch den Bundesverband der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung kostenfrei.