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Das Partizipationslernen mit Online-Planspielen in der politischen Bildung

von Marian Hummel

Den Gegenstand der Arbeit bildet die empirische Evaluation des digitalisierten, kommunalpolitischen Planspiels „Ein Skatepark in Neckardorf“. Betrachtet werden insbesondere Lernerfolge durch dessen Einsatz im Hinblick auf die Partizipationskompetenz der Teilnehmenden.

Daneben nimmt die Arbeit auch die spezifischen Lernbedingungen eines volldigitalisierten Planspiels in den Blick – also jene einer handlungsorientierten Methode während des pandemiebedingten ‚Home-Schoolings‘ in den Jahren 2020/21. Sie diskutiert somit Lernwirkungen und -chancen der bereits etablierten politikdidaktischen Makromethode Planspiel unter den Bedingungen des völligen Fehlens körperlicher Kopräsenz – als erste Forschungsarbeit dieser Art unter den Bedingungen des klassischen und synchronen Planspielablaufs. Im Theorieteil der Arbeit wird zunächst die (Online-)Planspielmethode und Positionen sowie Verständnisse des fachdidaktischen Diskurses zur Förderung von Partizipationskompetenz in der politischen Bildung diskutiert. Unter Rückgriff auf die „Partizipationstrias“ schließt sie zudem an bereits vorliegende theoretische Überlegungen zu Lernchancen von Planspielen an. Die Studie arbeitet in ihrem empirischen Teil mit einem Mixed-Methods-Design quantitativer und qualitativer Forschungszugänge und wendet sie auf fünf Durchführungen des Planspiels mit Klassen der gymnasialen Jahrgangsstufe 8 an.

Sie arbeitet heraus, dass in erster Linie kommunikative Kompetenzen (Kompromiss- und Artikulationsfähigkeit) und das Verständnis von Politikprozessen im Online-Planspiel gefördert werden. Daneben werden Lernchancen beim Gewinn von Selbstwirksamkeitserfahrungen, gleichwohl aber weniger Lernerfolge mit Blick auf objektive Wissens- und Einschätzungsfragen festgestellt. Die Forschungsarbeit zeigt zudem Chancen und Risiken des (rein) digitalen Lern-und Handlungssettings auf. In Form von hybriden Durchführungen des Planspiels (einer Kombination von digitalen Elementen bzw. Phasen bei „klassischer“, analoger Durchführung) konnten die Erhebungen dieser Arbeit bereits für die Praxis politischer Bildungsarbeit genutzt werden.

Urteilsfähigkeit statt Ideologie: Schulische Bildung muss zur demokratischen Persönlichkeitsentwicklung beitragen

Der Bundesvorstand der Deutsche Vereinigung für Politische Bildung unterstützt die Stellungnahme „Urteilsfähigkeit statt Ideologie: Schulische Bildung muss zur demokratischen Persönlichkeitsentwicklung beitragen“ des DVPB-Landesverbandes Sachsen zum Antrag der sächsischen AfD-Landtagsfraktion “Ökonomie statt Ideologie”. Die Stellungnahme kann hier abgerufen werden.

Zeitschrift POLIS 01/2021: Inclusive Citizenship

Ausgehend von Ideen der Citizenship Studies entwickelte sich die Forschungsperspektive Inclusive Citizenship für die politische Bildung. Im Zentrum des Ansatzes Inclusive Citizenship steht das Spannungsverhältnis zwischen zwei Bedeutungsdimensionen von Citizenship. Citizenship als Ordnung auf der einen Seite sowie Citizenship als Acts auf der anderen. Mit Acts of Citizenship sind diejenigen Kämpfe bezeichnet, mit denen genau diese Citizenship-Ordnungen infrage gestellt oder transformiert werden. In dieser Ausgabe wird dabei auf die migrationsgesellschaftlichen Aspekte fokussiert. Dieser Schwerpunkt zielt darauf, diesen Ansatz theoretisch zu vertiefen, sein Potenzial empirisch auszuloten und seine Grenzen zu diskutieren.

  • Engin Isin „Bedeutungen von Citizenship“
  • Nora Siklodi „Die Faszination (und das Fehlen davon) der europäischen Agenda der dualen Citizenship“
  • Andrea Szukala „Politische Bildung und demokratische Inklusion durch Bürgerschaft“Helge Schwiertz „Radikaldemokratische Bürgerschaft und migrantische Selbstorganisierung“
  • Malte Kleinschmidt / Dirk Lange „Inclusive Citizenship als Bildungspraxis – provisorische Leitlinien“