Über uns

Was hält die Gesellschaft (noch) zusammen? Der einleitende Beitrag von Armin Scherb wirft einen Blick auf die Vieldimensionalität der Fragestellung, die sich naturgemäß einer umfassenden Bearbeitung in POLIS entzieht. Nicht berücksichtigt wird in diesem Heft die durch die expansive Entwicklung digitaler Netzwerke initiierten Veränderungen der Jugendkultur und deren ambivalenter Einfluss auf die politische Partizipation als Kit einer heterogenen Gesellschaft. Nicht berücksichtigt wird auch die politisch-ökonomische Dimension der Fragestellung, die in den aktuellen Finanzkrisen aufscheint. Beide Themen sollen in eigenen Heften bearbeitet werden.

Der Beitrag von Werner Friedrichs versucht soziologische Verengungen des Gesellschaftsbegriffs auf das zuerst von Ferdinand Tönnies thematisierte Verhältnis von Gesellschaft und Gemeinschaft und auf deren nationale Dimension zu verhindern. Vielmehr ist auch die internationale Dimension einzubeziehen. Dabei stellt Stefan Immerfall die Frage nach staatlicher Integration und der Bindungswirkung des europäischen Vereinigungsprozesses. Jenseits dieser eher empirisch orientierten Zugriffsweisen ist auch Antwort auf die Frage zu geben, wo trotz der Vielzahl und der Heterogenität zentrifugaler Tendenzen eine Kraft sichtbar wird, die die Differenzen nicht zum Auseinanderbrechen kommen lässt.

Einen Blick in Richtung Zusammenhalt erlaubt die normative Sichtweise auf die kommunitäre Dimension der Menschenrechte und der (nicht nur) von Heiner Bielefeldt eingeforderte Solidaritätsanspruch in den Menschenrechten. In der Didaktischen Werkstatt gibt Jutta Geier praktische Hinweise zur Nutzung des Integrationspotentials von Schulpartnerschaften im Rahmen der EU-Bildungsprogramme. In der Rubrik Diskussion/Position stellt Carl Deichmann seinen personenbezogenen Ansatz in der politischen Bildung vor.

  • Armin Scherb „Was hält die Gesellschaft (noch) zusammen?“
  • Werner Friedrichs „Randgänge in der Mitte der Gesellschaft“
  • Stefan Immerfall „Was hält die EU zusammen?“
  • Heiner Bielefeldt „Menschenrechte als Solidaritätsanspruch“
  • Jutta Geier „Wer ist schon „Europäer“?“
  • Carl Deichmann „Person und Politik: Der personenbezogene Ansatz in der politischen Bildung“