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DVPB mit Statement zur politischen Europabildung auf KMK Tagung vertreten

Perspektiven eines zukunftsfähigen Europaunterrichts zur Förderung der „Europakompetenz” und Demokratiebildung

Eine attraktive, gar begeisternde „Vision“ für die weitere Gestaltung eines demokratischen und sozialen Europas fällt nicht vom Himmel.
Soll sich trotz der aktuellen Turbulenzen die „Erfolgsgeschichte Europa“ fortsetzen, für die die Europäische Union 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, muss die Schule dazu beitragen, in der heranwachsenden Generation das Bewusstsein für die europäische Zusammengehörigkeit zu fördern sowie Verständnis und Respekt für die unterschiedlichen Perspektiven, Sprachen und Kulturen zu wecken und auszubauen.

Zu der Entwicklung einer solchen auch von der Kultusministerkonferenz aktull wieder geforderten Europabildung (vgl. Europabildung in der Schule. Empfehlung der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland – Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.06.1978 i. d.F . vom 15.10. 2020) ist es notwendig, Schülerinnen und Schülern in der Schule erfahrungs- und lebensweltlich orientiert die entsprechende Sach-, Urteils – und Handlungskompetenz zu vermitteln, um sie zu einem gelingenden Zusammenleben in der europäischen Völker- und Staatengemeinschaft zu befähigen und ein Verständnis für die politischen, sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungne zu entwicklen.

Wenn auch die Europabildung eine Querschnittsaufgabe aller Fächer in allen Schulformen und Jahrgangsstufen ist , so kommt den Fächern der Politischen Bildung dabei eine besondere Bedeutung zu:

Die Entwicklung von europaorientierten Kompetenzen zur Vorbereitung auf das Leben in einem komplexer werdenden und von globalen Herausforderungen geprägten Europa ist nur möglich, wenn den Schülerinnen und Schülern in den Fächern der Politischen Bildung das notwendige fachliche Orientierungs- und Deutungswissen vermittelt wird, damit sie sich ein eigenes begründetes politisches Urteil zu der Erfolgsgeschichte „Europa“ bilden können.

Dabei sollten das Leitbild der aktiven europäischen Bürgerschaft (active citizenship) und die ökologische Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielen.

Es gilt sie zu ermutigen, gestalterisch und kreativ mit der Zukunftsgestaltung Europas umzugehen und eigene begründete europäische Perspektiven von einem demokratischen Europa zu entwickeln.

Wesentliche didaktische Prinzipien zum Erwerb der Europakompetenz sollten sein:

• Die erfahrungsorientierte und problemorientierte Vermittlung der Sachkompetenz, denn „Trichterpädagogik“ im Sinne von EU-Institutionenkunde ist kontraproduktiv und nicht nachhaltig!

• Ein Lernen mit ‚Kopf, Verstand und Herz’, um sie zur gemeinsamen Gestaltung eines friedlichen, demokratischen,sozialen und ökologischen Europa zu „beflügeln“. Die Vielfalt Europas muss „erlebt“ und die Dialogfähigkeit durch entsprechende Unterrichtssettings gefördert werden.

• Der multiperspektivische Umgang mit Differenzen und Gemeinsamkeiten in der historischen Narrative, bei der politischen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Gegenwartsanalayse zur Förderung der politischen Urteilsfähigkeit und der interkulturellen Handlungskompetenz.

• Der Einsatz von vielfältigen kreativen Lernformen wie Planspiele, Kreativ-ästhetische Methoden, Zukunftswerkstätten, Szenariotechniken, Expertenbefragungen, Wettbewerbe, fächerübergreifende Projekte, virtuelle digitale Begegnungen

• Die vielfältige Einbeziehung von europarelevanten Lernorten durch Studienfahrten, reale Begegnungen durch Austauschprogramme

Unsere Wünsche

1. An die Kultusministerin der Bundesländer:

Die feste lehrplanmäßige Verankerung der Thematik Europa in den Stundentafeln aller Schulformen und Jahrgangsstufen in den Fächern der Politischen Bildung in allen Bundesländern.

Die Förderung einer aktiven europäischen Bürgerschaft ist auf Grund der aktuellen Bewährungsproben durch die Corona-Pandemie, die Migrations- und Asylpolitk und die wachsenden nationalistischen und undemokratischen Tendenzen lebenswichtig, um bestehende Barrieren in den Köpfen und Herzen der Kinder und Jugendlichen aufzuheben und kreative Wege für ein demokratisches Zusammenleben innerhalb Europas zu gestalten.

Nur so können die Kinder und Jugendlichen ein Bewusstsein für eine europäische Identität entwickeln und sich für das Friedens- und Hoffnungsprojekt “Europäische Union” “stark” machen.

2. An die EU bezüglich des EU- Etats:

Auch in den Zeiten von Corona sind mehr Gelder für Austauschprogramme wie ErasmusProgamme etc. bereit zustellen. Denn die politische Europabildung ist systemrelvant und darf nicht zu den Verlierern der Corona-Krise zählen! Der Brexit und die nationalistischen und antidemokratischen Tendenzen sind Warnzeichen!

Politische Europabildung ist der beste Schutzschirm in den aktuellen herausfordernden Zeiten, in denen ein “Europa der Soldarität” gefragt ist, das die selbst formulierten Werte und Menschenrechte aktiv verteidigt.

Nur so lässt sich das Friedens- und Hoffnungsprojekt Europa retten und stärken!

Christel Schrieverhoff, StD‘a.D.
Fachleiterin und Fachberaterin Sozialwissenschaften a.D.
Bundes-und Landesvorstandsmitglied der DVPB e.V.

Link zur KMK Empfehlung (externe  Website)

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