Das vorliegende POLIS-Heft „Partizipation“ widmet sich einer ersten Nachlese des Bundeskongresses Politische Bildung. Die bereits bewährte Kooperation zwischen der Bundeszentrale für politische Bildung und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung wurde erstmalig um den Bundesausschuss Politische Bildung erweitert. Mit seinen vielfältigen Angeboten und über 900 Teilnehmenden wurde der Berliner Bundeskongress von vielen als ein High – light empfunden. Und das zu Recht.
Es war ein Ort anspruchsvoller Information, Reflexion, Fortbildung und Vernetzung auf dem Feld der Politischen Bildung. Schon jetzt beginnen die Gespräche für den Bundeskongress 2015 – dann wieder zum traditionellen Termin im März. Die folgenden Fachbeiträge setzen sich aus mehreren Perspektiven mit dem Themenfeld „Partizipation und Politische Bildung“ auseinander. Es eröffnet Colin Crouch mit seinem Hauptvortrag über neue Partizipationsformen als Kennzeichen der Postdemokratie. Mit seinen Thesen hat er die politikwissenschaftliche Debatte der vergangenen Jahre erheblich mitbestimmt.
Wolfgang Sander, Reinhold Hedtke und Werner Friedrich fragen jeweils kritisch an, ob „Partizipation“ nicht zu leichtfertig, quasi als ein Synonym für Demokratie und Politische Bildung verwendet wird. Mit verschiedenen didaktischen Argumentationen erörtern sie bestehende Probleme und mögliche Perspektiven (in Zeiten der Postdemokratie). Oskar Brilling dokumentiert in der Didaktischen Werkstatt einen Bundeskongress-Workshop zur Bedeutung des Klassenrates. Insgesamt soll dieses POLIS-Heft auch einen Vorgeschmack auf eine umfassende Dokumentation des Bundeskongresses geben, die im Wochenschau-Verlag erscheinen wird. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
- Colin Crouch „Neue Formen der Partizipation als Markenzeichen der Postdemokratie?“
- Wolfgang Sander „Partizipation – ein Konzept für politische Bildung?“
- Reinhold Hedtke „Partizipation ist das Problem, nicht die Lösung“
- Werner Friedrichs „Partizipation als Artikulation und Unterbrechung“
- Oskar Brilling „Partizipation durch Klassenrat“