Schatzkiste für politische bildung
der Deutschen Vereinigung für politische Bildung (DVPB) von Mitgliedern für Mitglieder
Das Ziel der Schatzkiste ist die elektronische Veröffentlichung herausragender Qualifikationsarbeiten zum Unterricht in Politik, Politik/Wirtschaft, Sozialkunde usw. und für den außerschulischen Bereich. Diese Arbeiten fallen fast immer ins Nichts, obwohl sie auch für andere Lehrende und Studierende und auch für Unterrichtsforscher wertvoll sein könnten. Es geht um Beiträge zu Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet politischer Bildung. Forschung bedeutet sowohl empirische Forschung mit qualitativen oder quantitativen Daten und Vorgehensweisen als auch eine relativ systematische Erfahrungssicherung, wie sie auch aus dem Unterricht heraus möglich ist. Entwicklung bedeutet die theoriegeleitete Erarbeitung von Modellen für den Unterricht, die mindestens einmal praktisch erprobt und reflektiert worden sind. Inhalte: Die Schatzkiste enthält zwei inhaltliche Säulen: Forschung und Entwicklung zum Schulunterricht und Forschung und Entwicklung zur außerschulischen politischen Bildung. Der Begriff Schulunterricht umfasst auch Projekte, die im Unterricht aufgearbeitet und begleitet wurden, aber nicht Projekte rein sozialen Lernens und zur Schulentwicklung.
Der Weg in die Schatzkiste führt über zwei Schritte der Qualitätskontrolle: Zuerst muss ein(e) Autor(in) oder ein(e) Gutachter(in) – jeweils mit Zustimmung des/der anderen – einen Vorschlag an die DVPB machen. In der Regel wird der/die Gutachter/in an einer Hochschule oder einem Studienseminar arbeiten. Diesem Vorschlag muss mindestens ein Gutachten für die Hausarbeit oder Staatsarbeit (1. oder 2. Staatsprüfung) oder Masterarbeit beigelegt werden. Der zweite Schritt ist die Prüfung durch das Ressort „Forschung“ im Bundesvorstand der DVPB (Prof. Reinhardt) in Kooperation mit einem zweiten Mitglied des Verbands, das entweder vorzugsweise ein(e) Fachleiter(in) für den Schulbereich ist oder ein(e) Experte(in) für den außerschulischen Bereich. Dafür ist eine inhaltlichaussagekräftige Zusammenfassung von ca. einer halben Seite hilfreich. Bei positivem Verlauf wird die Arbeit durch den Bundesvorstand in die Schatzkiste eingestellt.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und großen Ertrag beim Heben und Horten der Schätze in der Kiste!
Das Partizipationslernen mit Online-Planspielen in der politischen Bildung

von Marian Hummel

Den Gegenstand der Arbeit bildet die empirische Evaluation des digitalisierten, kommunalpolitischen Planspiels „Ein Skatepark in Neckardorf“. Betrachtet werden insbesondere Lernerfolge durch dessen Einsatz im Hinblick auf die Partizipationskompetenz der Teilnehmenden.
Daneben nimmt die Arbeit auch die spezifischen Lernbedingungen eines volldigitalisierten Planspiels in den Blick – also jene einer handlungsorientierten Methode während des pandemiebedingten ‚Home-Schoolings‘ in den Jahren 2020/21. Sie diskutiert somit Lernwirkungen und -chancen der bereits etablierten politikdidaktischen Makromethode Planspiel unter den Bedingungen des völligen Fehlens körperlicher Kopräsenz – als erste Forschungsarbeit dieser Art unter den Bedingungen des klassischen und synchronen Planspielablaufs. Im Theorieteil der Arbeit wird zunächst die (Online-)Planspielmethode und Positionen sowie Verständnisse des fachdidaktischen Diskurses zur Förderung von Partizipationskompetenz in der politischen Bildung diskutiert. Unter Rückgriff auf die „Partizipationstrias“ schließt sie zudem an bereits vorliegende theoretische Überlegungen zu Lernchancen von Planspielen an. Die Studie arbeitet in ihrem empirischen Teil mit einem Mixed-Methods-Design quantitativer und qualitativer Forschungszugänge und wendet sie auf fünf Durchführungen des Planspiels mit Klassen der gymnasialen Jahrgangsstufe 8 an.
Sie arbeitet heraus, dass in erster Linie kommunikative Kompetenzen (Kompromiss- und Artikulationsfähigkeit) und das Verständnis von Politikprozessen im Online-Planspiel gefördert werden. Daneben werden Lernchancen beim Gewinn von Selbstwirksamkeitserfahrungen, gleichwohl aber weniger Lernerfolge mit Blick auf objektive Wissens- und Einschätzungsfragen festgestellt. Die Forschungsarbeit zeigt zudem Chancen und Risiken des (rein) digitalen Lern-und Handlungssettings auf. In Form von hybriden Durchführungen des Planspiels (einer Kombination von digitalen Elementen bzw. Phasen bei „klassischer“, analoger Durchführung) konnten die Erhebungen dieser Arbeit bereits für die Praxis politischer Bildungsarbeit genutzt werden.
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Kooperation und klimapolitischer Optimismus. Eine quantitativ-empirische Untersuchung des Planspiels KEEP COOL zur politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

von Jasper Meya (2015)

Die Diskrepanz zwischen den katastrophalen Folgen eines ungebremsten Klimawandels einerseits und der relativen Tatenlosigkeit der internationalen Klimapolitik andererseits ist erklärungsbedürftig. Diese Arbeit vergleicht die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und die politische Bildung, um Elemente einer politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung konzeptionell zu erarbeiten.
Anschließend wird argumentiert, dass das Planspiel KEEP COOL geeignet ist, um die politische Urteilsfähigkeit zur internationalen Klimapolitik im Sinne der zuvor skizzierten politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dieses Potential bestätigt sich auch empirisch: In einer quantitativ-empirischen Untersuchung mit über 200 Jugendlichen wird der Einfluss des Spielgeschehens auf das politische Urteil zur internationalen Klimapolitik nachgewiesen. Damit bietet diese Arbeit – nach meinem Wissen – erstmals systematische quantitative Evidenz für die Wirksamkeit von Planspielen zur Vermittlung und Kommunikation der internationalen Klimapolitik.Den Gegenstand der Arbeit bildet die empirische Evaluation des digitalisierten, kommunalpolitischen Planspiels „Ein Skatepark in Neckardorf“. Betrachtet werden insbesondere Lernerfolge durch dessen Einsatz im Hinblick auf die Partizipationskompetenz der Teilnehmenden.
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Concept Maps als diagnostisches Instrument

von Jessica Schattschneider (2013)

In der Staatsexamensarbeit setzt sich die Autorin mit der Frage auseinander, ob sich Concept Maps für Politiklehrer und -lehrerinnen eignen, um Wissenszuwächse ihrer Lernenden zu diagnostizieren.
Dazu wird einleitend die aktuelle Debatte in der Politikdidaktik um Wissen nachgezeichnet. Für die Arbeit wird Wissenszuwachs als Veränderung kognitiver Strukturen verstanden, was sich in der Erweiterung, Ausdifferenzierung oder Restrukturierung eines vorhandenen Konzeptes zeigen kann.
Anschließend stellt die Autorin die Operationalisierung der Fragestellung, das Untersuchungsdesign sowie die Auswertungsmethoden dar. Als Datengrundlage dienen ihr Concept Maps einer 9. Klasse; diese wurden vor und im Anschluss an eine Unterrichtsreihe zum Thema „Politische Repräsentation“ im Politik-Wirtschaftsunterricht erhoben. Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass man mittels Concept Maps zwar durchaus Wissenszuwächse in der oben dargestellten Definition diagnostizieren kann. Allerdings zeigt sich auch, dass die dargestellten Inhalte sprachlich verkürzt werden und so einer Interpretation durch die Lehrperson bedürfen.
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Das Einverständnis des Autors und die Freigabe für die elektronische Veröffentlichung müssen mit Unterschrift erklärt werden und – zusammen mit einem vollständigen Exemplar der Arbeit, der Zusammenfassung und dem(n) Gutachten auf Papier – per Post geschickt werden an Prof. Dr. Sibylle Reinhardt, Schillerstraße 9, 06114 Halle (Saale). Bei Ihrem Vorschlag an den Bundesvorstand erklären Sie bitte auch, in welchem Landesverband der Autor als Mitglied geführt wird. Parallel schicken Sie bitte die Unterlagen per Mail an sibylle.reinhardt [at] politik.uni-halle.de