Über uns

Für die Politische Bildung sind die Konzepte „Wissen“ und „Einstellungen“ von zentraler Bedeutung, geht es doch im Kern um die Vermittlung von sozialwissenschaftlichem Wissen und um die Reflexion von Einstellungen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der sozialwissenschaftliche Zugriff auf diese zentralen Gegenstände gewandelt. Einerseits hat sich der Blick auf das Wissen verändert, insoweit es weniger in einer enzyklopädischen Logik als prinzipielle Bestandsgröße (die sicherlich historisch variiert) zu denken ist, sondern eher hinsichtlich seiner An(-)Ordnung, seiner – durchaus machtvollen – Ausrichtung (vergleiche dazu den Beitrag von Werner Friedrichs). Andererseits erscheinen Einstellungen immer weniger als ein individuell gegebenes Raster, das dem Grunde nach dem sozialen Kontext als vorgängig zu denken ist.

Vielmehr korrelieren Subjektivität, und die damit zusammenhängenden Einstellungen, mit dem sozialstrukturellen Umfeld in einer sehr grundsätzlichen Weise (vergleiche dazu den Beitrag von Dirk Lange und Holger Onken). Für die Politische Bildung wären entsprechend an einigen Stellen die Erhebungs- und Didaktisierungsformate weiterzuentwickeln. So ließe sich etwa fragen, in welchem Format Wissen und Einstellungen zu erforschen wären (vergleiche dazu den Beitrag von Christian Meyer-Heidemann); oder auf welche Weise die Veränderung des Wissens die Berücksichtigung etwa der Diskursforschung (vergleiche dazu den Beitrag von Reiner Keller) in der Didaktik nahelegt. Im vorliegenden Heft werden einige Schlaglichter auf die entsprechenden Diskussionsstände um „Wissen“ und „Einstellungen“ geworfen.

  • Werner Friedrichs „Perspektiven auf die Veränderung des Wissens“
  • Reiner Keller „Wissen in der Perspektive der Diskursforschung“
  • Christian Meyer-Heidemann „Wissen und Einstellungen „evidenzbasiert“ erforschen?“
  • Holger Onken und Dirk Lange „Sozialer Hintergrund und politische Bildung als Einflussfaktoren politischer Partizipation“
  • Karsten Biermann und Ann-Christin Jessen „Position beziehen! Einstellungsförderung durch „politisch-künstlerische“ Projekte“