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Steve
Zeitschrift POLIS 03/2020: Sprachbildung im Politikunterricht
In den vergangenen Jahren hat Sprachbildung als fächerübergreifende Kompetenz Einzug in die bundesdeutschen Lehrpläne genommen. Das übergreifende Ziel ist es, über das Erlernen von Fachsprache bildungssprachliche Fähigkeiten zu erwerben, die gesellschaftliche Teilhabe im weitesten Sinne ermöglichen. Im Rahmen eines klaren Entwicklungskonzeptes von Alltagssprache zu Bildungssprache sind auch die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer aufgefordert, sich mit diesem Thema vertieft auseinanderzusetzen und Umsetzungsmöglichkeiten für die Praxis auszuarbeiten. Mit der Förderung von Sprachkompetenz im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht stellen sich auch grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Sprache und Politik erneut.
In einem Überblick erläutert Constanze Spieß aus sprachwissenschaftlicher Perspektive politische Kommunikation und zeigt auf, wie dabei Sprache strategisch genutzt wird. Welche Voraussetzungen und Implikationen das Verhältnis von Sprache und Politik insbesondere für das lernende Subjekt und damit auch für politische Lehr-Lernsituationen hat, arbeitet Marc Partetzke heraus. Annemarie Jordan blickt in ihrem Beitrag darauf, welche Bedeutung Unterrichtsprache im Kompetenzerwerb hat und diskutiert, welche Hürden sich für Schüler*innen im Erreichen politischer Mündigkeit in Verbindung mit der Sprachfähigkeit ergeben können. Sven Oleschko fragt in seinem Beitrag, wie die Forderung nach Sprachbildung im Fachunterricht praktisch umgesetzt werden kann. Er plädiert dafür, den sprachsensiblen Fachunterricht als Chance zu begreifen. In der Didaktischen Werkstatt stellen Sabine Manzel und Claudia Forkarth den Lehr-Lern-Zyklus als praktisches Element zur Sprachbildung im Politikunterricht vor.
Auch in der Zeit des coronabedingten Lockdowns hat sich die enge Verbindung zwischen Sprache und Politik gezeigt: So sind beispielsweise in Berlin Transparente und Graffiti genutzt worden, um trotz sozialer Isolation die politische Sprache nicht zu verlieren. Bilder davon finden sich in dieser Ausgabe.
- Constanze Spieß „Macht Sprache Politik? Ein Überblick über Funktionen, Merkmale, Handlungsfelder und Ebenen politischer Kommunikation“
- Marc Partetzke „Sprache und Politiklernen“
- Annemarie Jordan „Sprachkompetenz als Hürde für politische Mündigkeit?“
- Sven Oleschko „Sozialwissenschaftsunterricht war noch nie sprachlos und sollte es auch nicht werden“
- Sabine Manzel/Claudia Forkarth „Sprachbildung und Politisches Urteilen durch den textsortenbasieren Lehr-Lern-Zyklus anleiten – Ideen für die Unterrichtspraxis“
Polis Podcast
Aus unserer Verbands- und Fachzeitschrift POLIS heraus entsteht ein neuer Videopodcast.
Für die Ausgabe 4/2021 werden die verantwortlichen Redakteure Gudrun Heinrich (Landesvorsitzende DVPB Mecklenburg-Vorpommern Vorpommern) und Steve Kenner (Landesvorsitzender DVPB Niedersachsen) in einem offenen Gesprächsformat mit Gästen aus unterschiedlichen Feldern der Disziplin (Schule, außerschulische Bildung, Wissenschaft) über das Thema „Politische Bildung und Corona“ sprechen.
Sie können live dabei sein. Alle Informationen zur Anmeldung und den Gästen können Sie dem Flyer entnehmen.
Zeitschrift POLIS 02/2020: Deutsche Einheit. 30 Jahre zwischen Aufbruch und Umbrüchen
Dieses Heft widmet sich dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, inwiefern der Einigungsprozess neue Perspektiven auf die Jahre der Teilung ermöglicht und inwiefern damit Aufbruch und Umbrüche in Politik, Gesellschaft und individuellen Biografien verbunden sind.
- Theresa Bechtel „30 Jahre Deutsche Einheit – ost- und westdeutsche Ein(zel)heiten“
Birthe Kleber „Von Aufstiegen, Brüchen und Chancen. Bildungsungleichheit im geteilten und wiedervereinigten Deutschland“ - Carl Deichmann „Dreißig Jahre Wiedervereinigung: Ein Land, verschiedene politische Kulturen?“
- Saskia Handro „Problemfall DDR-Geschichte(n). Erinnerungskulturelle Ambivalenzen und Zukunftsperspektiven historisch-politischer Bildung“
- Albijona Berisha/Steve Kenner „Multiperspektivität in der politischen Bildung zu 30 Jahre Deutsche Einheit“
- Interview mit Jana Hensel “1989 kann man feiern, 1990 nicht!“
Rolf Wernstedt „Zur Notwendigkeit zweier Perspektiven im Diskurs über Vorstellungen zur deutschen Einheit“
Zeitschrift POLIS 01/2020: Neue Rechte – eine Herausforderung für die Demokratie und die Politische Bildung
Gerade die deutsche Geschichte lehrt, dass aus einer konsequent demokratischen Staatsform ein in Totalität menschenfeindliches Regime hervorgehen kann. Um die freiheitliche demokratische Grundordnung vor den Feinden der offenen Gesellschaft zu schützen, muss die Achtung von Humanität gleichermaßen Staats- wie Gesellschaftsräson sein. Mit der Neuen Rechten gewinnt in Deutschland und vielen weiteren Staaten eine politische Bewegung an Kraft, die daran arbeitet, die freiheitlichen Grundlagen der Demokratie zu zerstören und stattdessen einen völkischen Nationalismus zu etablieren.
Die vorliegende POLIS setzt sich mit dieser Herausforderung für die Demokratie und die Politische Bildung auseinander: Einleitend beleuchtet Klaus-Peter Hufer das Spektrum der Neuen Rechten, setzt sich mit Formen neurechter Agitation auseinander und arbeitet deren ideologische Grundlagen heraus. Joachim von Olberg kontrastiert den völkischen Patriotismus des rechtsextremen Lagers mit einem in der Gegenwart weithin vergessenen liberalen und antinationalistischen Patriotismusverständnis. Sibylle Reinhardt zeigt anlässlich der „AfD-Meldeportale“ und entsprechender Forderungen der Partei, warum aus dem Neutralitätsgebot des Staates kein Neutralitätsgebot der Schule und der Politischen Bildung abgeleitet werden darf. Sebastian Fischer und Sophie Schmitt setzen sich jeweils ganz konkret mit den Aufgaben auseinander, die für die Politische Bildung aus der Erstarkung der extremen Rechten erwachsen. In der Didaktischen Werkstatt schließlich arbeitet der Lehramtsanwärter Tobias Grote Grundlagen einer pädagogischen Handlungskompetenz gegen Menschenfeindlichkeit heraus.
- Klaus-Peter Hufer „Neue Rechte? Altes Denken!“
- Hans-Joachim von Olberg „Patriotismus – ein Alleinstellungsmerkmal der Neuen Rechten?“
- Sibylle Reinhardt „Neutralitätsgebot: Ein Fehlverständnis für Politische Bildung“
- Sebastian Fischer „Rechtsextremismus heute – Aufgaben der Politischen Bildung“
- Sophie Schmitt „Fachdidaktische Leitlinien für die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Rechtsruck“
- Tobias Grote „Grundlagen einer pädagogischen Handlungskompetenz gegen Menschenfeindlichkeit“
Kooperation und klimapolitischer Optimismus. Eine quantitativ-empirische Untersuchung des Planspiels KEEP COOL zur politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
von Jasper Meya (2015)

Die Diskrepanz zwischen den katastrophalen Folgen eines ungebremsten Klimawandels einerseits und der relativen Tatenlosigkeit der internationalen Klimapolitik andererseits ist erklärungsbedürftig. Diese Arbeit vergleicht die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und die politische Bildung, um Elemente einer politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung konzeptionell zu erarbeiten.
Anschließend wird argumentiert, dass das Planspiel KEEP COOL geeignet ist, um die politische Urteilsfähigkeit zur internationalen Klimapolitik im Sinne der zuvor skizzierten politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dieses Potential bestätigt sich auch empirisch: In einer quantitativ-empirischen Untersuchung mit über 200 Jugendlichen wird der Einfluss des Spielgeschehens auf das politische Urteil zur internationalen Klimapolitik nachgewiesen. Damit bietet diese Arbeit – nach meinem Wissen – erstmals systematische quantitative Evidenz für die Wirksamkeit von Planspielen zur Vermittlung und Kommunikation der internationalen Klimapolitik.Den Gegenstand der Arbeit bildet die empirische Evaluation des digitalisierten, kommunalpolitischen Planspiels „Ein Skatepark in Neckardorf“. Betrachtet werden insbesondere Lernerfolge durch dessen Einsatz im Hinblick auf die Partizipationskompetenz der Teilnehmenden.
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Abschlussarbeit
hier als PDF runterladenZusammenfassung
hier als PDF runterladenConcept Maps als diagnostisches Instrument
von Jessica Schattschneider (2013)

In der Staatsexamensarbeit setzt sich die Autorin mit der Frage auseinander, ob sich Concept Maps für Politiklehrer und -lehrerinnen eignen, um Wissenszuwächse ihrer Lernenden zu diagnostizieren.
Dazu wird einleitend die aktuelle Debatte in der Politikdidaktik um Wissen nachgezeichnet. Für die Arbeit wird Wissenszuwachs als Veränderung kognitiver Strukturen verstanden, was sich in der Erweiterung, Ausdifferenzierung oder Restrukturierung eines vorhandenen Konzeptes zeigen kann.
Anschließend stellt die Autorin die Operationalisierung der Fragestellung, das Untersuchungsdesign sowie die Auswertungsmethoden dar. Als Datengrundlage dienen ihr Concept Maps einer 9. Klasse; diese wurden vor und im Anschluss an eine Unterrichtsreihe zum Thema „Politische Repräsentation“ im Politik-Wirtschaftsunterricht erhoben. Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass man mittels Concept Maps zwar durchaus Wissenszuwächse in der oben dargestellten Definition diagnostizieren kann. Allerdings zeigt sich auch, dass die dargestellten Inhalte sprachlich verkürzt werden und so einer Interpretation durch die Lehrperson bedürfen.
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